Gesellschaft Freunde der Künste

Nachrichten und Veranstaltungen in unserem Archiv

9 März – 9 Mai 2010 in Berlin

Christian Schütz “Zeichen - Gestalt“

„Die Wahrnehmung und Gestaltung von Zeichen in ihrer kommunikativen und meditativen Bedeutung ist eine Grunderfahrung, die allen Kulturen gemeinsam ist.“

Der Berliner Künstler Christian Schütz präsentiert im ART-Place-Berlin, dem neuen Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst in Berlin am Alexanderplatz, Arbeiten aus seinen jüngsten digitalen Werkzyklen: „Strings“ – Psychologie eines Tons, BA-Ch  - Figurinen nach der Chaconne von J. S. Bach“ und „Runen“, Inspirationen einer Islandreise im Juni 2008.

Christian Schütz, 1941 in Berlin geboren, erlebte in der DDR Bildungs- und zeitweises Berufsverbot, nachdem er mit einem Schulaufsatz über das menschliche Glück ins Verhör der Staatssicherheit geriet und aus der Schule verwiesen wurde. Ein Studium an der Meisterschule für Graphik und Buchkunst in Berlin/West dem der Bau der Mauer ein Ende setzte, legten den Grundstein für seine Arbeit mit visuellen Medien jeglicher Art (von Zeichnungen und Malerei, Plakaten, experimentellem Film, Bühnenbildern etc.), die sein Sprachmittel wurden.

1996, nach einer engen Zusammenarbeit mit der koreanischen Komponistin Ye Sook Lee in den USA, die elektronische Musik zu seinen Graphikzyklen komponierte, stieg Schütz auf die Arbeit am Computer um. Heute widmet er sich fast ausschließlich der digitalen Kunst und hat dabei mittlerweile höchstes technisches und ästhetisches Niveau erreicht.

Die Beziehung zwischen Malerei und Musik faszinierte Schütz seit jeher. Seine Erfahrungen mit der Musik von Johann Sebastian Bach in früher Jugend haben eine jahrzehntelange Beschäftigung mit dieser Beziehung zur Folge. Die Musik als Zeitgestalt im Bild, das Bild als Partitur, Entwicklung thematischen Materials in unendlichen Zeichenfiguren, Kompositionsmethoden angewandt und umgesetzt in visuelle Bildstrukturen, das sind nur einige Stichworte auf der Suche nach Gemeinsamkeiten zwischen musikalischer Komposition und visuellen Konzepten bei Christian Schütz.

Inspirationen  lieferten auch frühe elektronische Musik u.a. von Karl-Heinz Stockhausen, „Minimal-Musik“ von Steve Reich, und immer wieder das Bachspiel von Glenn Gould.

Strings: Gesang des Atoms

Stockhausen sagt „Du kannst alle Schwingungen der Welt in Töne verwandeln.“

In seiner Musik begeben sich Töne in entwickelte Abläufe oder „statistisch-ungerichtete Zustände“, lösen sich Klänge in metrische Felder, motorisch, symbiotisch, ist Zeit und Raum als ein Organismus gestaffelter Schichtungen erfahrbar, oder als eine Reihe sukzessiver Eigenzeiten - aus Klang wird Stille.

In den „Strings“ von Christian Schütz erhält der Betrachter die Möglichkeit, Rhythmen, Schwingungen, Tonstrukturen, Temposchichtungen visuell zu erfahren.

Die Techniken und Methoden, nach denen  Schütz mit bildnerischem Material arbeitet, sind von der musikalischen und mathematischen Sprache inspiriert, Methoden aber, die gleichzeitig allen formalisierten Sprachen eigen scheinen und sich in den Mechanismen aller menschlichen Erkenntnis- und Gestaltungstätigkeit offenbaren.

Das Wissen des kulturellen und historischen Ursprungs dieser Mechanismen und ein entwickeltes Bewusstsein ihrer ästhetischen Organisation sind Grundlage von Christian Schütz Arbeit.

Ausgangspunkt des Runenzyklus sind Untersuchungen über die Formen und Wahrnehmungen von Zeichen und ihre expressive und kommunikative Funktion innerhalb der Gesellschaft und Kulturen. Hier spielen für Schütz aktuelle Zeitbezüge eine große Rolle, wie in dem Bild „Parlament“. Island behauptet von sich, das älteste Parlament in Europa konstituiert zu haben. Weitere Bezüge sind natürlich die Naturgewalten, die Elemente Feuer, Wasser, Metall etc., die auf Island eine so lebensbestimmende Rolle spielten.

Digitale Medien haben mittlerweile selbstverständlich in alle Kunstbereiche Einzug gehalten. Schubladendenken und die Frage, „sind Pinsel-Pixel gleich Kunst“ – haben ihre Relevanz verloren. Für den in Kybernetik, Semiotik und Logik geschulten Künstlers Schütz ist der Computer „nichts weiter“ als ein adäquates Gestaltungsmittel, das komplexen Gedanken vielschichtig Ausdruck zu verleihen vermag.

In der Begegnung mit seinem Werk wird dem Besucher und Kunstliebhaber eine Tür zur digitalen Welt aufgestoßen. Der Betrachter erlebt Bildfolgen in brillanten Farben und unerschöpflichen Reichtum an Formen. Er wird mit epischen Zyklen vertraut gemacht, deren realistische Aussagekraft, Variantenvielfalt, Transparenz und Farbkombination verblüfft.

Die in der Ausstellung gezeigten Werke sind sehr hochwertige Drucke auf Alu-Dibond, zum Teil auch unter Acryl. Es handelt sich um sehr repräsentative Formate, die im Durchschnitt bei einer Größe von 160 x 90cm liegen. Es handelt sich um Unikate und um auf bis auf maximal 6 Exemplare limitierte Auflagen.

Dauer der Ausstellung 9 März – 9 Mai 2010

Kontakt

art place berlin

Alexanderplatz 7

D-10178 Berlin

info@art-place-berlin.com

+49 (0) 30 / 55 66 99 56    

mob +49 (0) 170-245 58 92    

Öffnungszeiten

Die Ausstellungen sind täglich rund um die Uhr zu besichtigen

Links

http://www.art-place-berlin.com/deutsch/information/frame-kuenftig.html

http://www.siirischuetz.com/digitalart/Christian/Home.html