Gesellschaft Freunde der Künste

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Philosophie der Verantwortung

Choreografen auf dem Sprung: Tanzplan Dresden feiert Premiere

 Hier wird der Tanzplan lebendig. Interdisziplinäre Produktionen verbinden meisterhafte Tänzer und zukunftsweisende Choreografen in einer einzigartigen Synthese.

Premiere am 12. Juni 2009, 20 Uhr an der Semperoper Dresden
Weitere Aufführungen am 13. |  14. |  19. |  20. |  21. Juni 2009

Nach der Vorstellung: Künstlergespräch am 20. Juni 2009

Infos und Tickets www.semperoper.de

 
Uraufführungen

«R349-178» von Janyce Michellod (CH)
Aktueller und brisanter kann es kaum sein: Der Schwerpunkt dieser Choreografie beruht auf dem Konzept einer Philosophie der Verantwortung - Wirtschaftssysteme, politische und historische Konstellationen, Religionen sowie natürliche und künstliche Umwelten, die zu einer enormen Vielfalt kultureller Lebens- und Sichtweisen führen, stehen zur Debatte.
Jeder der vier teilhabenden Künstler scheint ein eigenes nationales Model von Verantwortung zu verkörpern. Wird ersichtlich, dass das Prinzip der Verantwortung national verschieden definiert und wahrgenommen wird, somit also von einer Verantwortung an sich oder global gar nicht gesprochen werden kann? Das Stück ist ein experimentelles Gemeinschaftsprojekt von vier internationalen Künstlern. Zwei Tänzer, ein bildender Künstler und ein Komponist erproben die Möglichkeiten multikulturellen Verstehens und Zusammenlebens und strukturieren sie via improvisierter Interaktionen in Tanz.


«4MEN, ALICE, BACH AND THE DEER» von Yossi Berg und Oded Graf (IL)
Die Agierenden: Vier Tänzer. Vier Männer. Vier Positionen. Gesellschaftliche Stereotypen - festgelegt, abgeklärt, fix? Wie verhält «Mann» sich zueinander, gegeneinander, füreinander? Und: is it still a man's world?
«Gerade wir als israelische Künstler, die teilweise in Europa leben, ständig unterwegs sind und sich dauernd in multikulturellen Gemeinschaften bewegen, sind permanent mit Vorurteilen, irgendwelchen Verdächtigungen und Missverständnissen konfrontiert. Es ist fast erschreckend, dabei zu beobachten, wie leicht Menschen dazu tendieren, jemand einen Stempel aufdrücken oder in eine Schublade stecken zu wollen.» ((Yossi Berg, Oded Graf)
Wie schwer es für die Betroffenen, aber auch für die Verurteilenden ist, sich von dieser gesellschaftlichen Zeichnung zu entfernen, soll in dieser Choreografie diskutiert werden. Wie geht man mit gesellschaftlichen, kulturellen, religiösen und moralischen Stigmata um? Wie löst man sie auf und was – wenn überhaupt – wird ihr Substitut? Vier Tänzer wollen es erproben – Nebenwirkungen eingeschlossen.

 

Mit der Nachwuchsförderung «Tanzproduktion 2009» unterstützt Tanzplan Dresden junge Choreografen und Tänzer, die die Möglichkeit erhalten, Neuproduktionen für die semper kleine szene in Dresden zu erarbeiten. Tanzplan Dresden ist ein Gemeinschaftsprojekt des Dresden SemperOper Ballett, des HELLERAU - Europäischen Zentrums der Künste und der Palucca Schule Dresden – Hochschule für Tanz. Tanzplan Dresden wird von Tanzplan Deutschland unterstützt, einem Förderprojekt der Kulturstiftung des Bundes.

 

R349-178

von Janyce Michellod

Performance
Janyce Michellod | Stefan Baier | Bruno Michellod

Bühne
Bruno Michellod

Komposition
Bernhard Loibner

Dramaturgische Mitarbeit
Katharina Riedeberger

4MEN, ALICE, BACH AND THE DEER

vonYossi Berg und Oded Graf

Tanz und Choreografie
Yossi Berg | Oded Graf | Sergiu Matis | Thomas Michaux

Dramaturgische Mitarbeit
Carmen Mehnert