Der Artur Becker erhält den mit 15.000 Euro dotierten Adelbert-von-Chamisso-Preis 2009. Die Auszeichnung für deutsch schreibende Autoren nichtdeutscher Muttersprache wird dem deutsch-polnischen Schriftsteller am 5. März in München verliehen, teilte die Robert Bosch Stiftung in Stuttgart mit.
Artur Becker, 1968 in Bartoszyce (Masuren), kam 1985 nach Deutschland. Er lebt und arbeitet in Verden (Niedersachsen). Schreibt Romane, Erzählungen, Gedichte und Aufsätze, und ist auch als Übersetzer tätig. Sein Debutroman war "Der Dadajsee" (1997). Den Preis erhalte er für sein Gesamtwerk, in dem er seine Verbundenheit mit dem polnischen und deutschen Kulturraum "in poetisch eindruckvoller Weise" bekräftige. Sein neuester Roman "Wodka und Messer. Lied vom Ertrinken" ist ein von barocker Opulenz und Farbigkeit überbordendes, eindrucksvolles Sprachdenkmal", urteilte die Jury.
Mit dem Preis erinnert die Stiftung an den Schriftsteller und Naturforscher Adelbert von Chamisso (1781-1838). Er wurde in Frankreich geboren und zog in den Wirren der Französischen Revolution nach Berlin. Von hier unternahm er seine Weltreisen und wurde gleichzeitig zu einem bedeutenden deutschsprachigen Schriftsteller ("Peter Schlemihls wundersame Geschichte").
Über "Wodka und Messer. Lied vom Ertrinken"
Kuba Dernicki ist ein glücklicher Mensch. Er hat Arbeit und Familie und lebt seit vielen Jahren im Paradies, in Deutschland. Doch eines Tages treibt ihn eine starke Sehnsucht zurück nach Polen, in die alte Heimat, an die Stätten seiner Kindheit, an den Dadajsee. In eine wunderschöne Landschaft, bevölkert von überaus eigenwilligen Menschen, die mit List, Humor und Wodka überleben. Und die sich Geschichten erzählen, in denen die Toten… alles andere als tot sind.
Wie Marta, Kubas junge Geliebte, die vor vielen Jahren auf der Flucht vor kommunistischen Häschern im eiskalten Dadajsee ertrunken ist – und die in der Hoteldirektorin Justyna Star (einer Doppelgängerin?) weiter lebt, schön und begehrlich, wie damals. Kein Wunder, daß Kuba sich in Justyna verliebt und daß von nun an ein ganzes Dorf verrückt spielt, der Bürgermeister Król wie der Pfarrer Kazimierz, die einäugige Tante Ala wie Wojtek, ihr Galan. Und in deren Mitte taumelt Kuba, den ein sprechendes Messer begleitet, von Augenblick zu Augenblick, hinein ins Herz der Erinnerung.
"Wodka und Messer" ist ein Heimatroman, ein Liebesroman, ein Buch, über dem der polnische Himmel leuchtet, "sternhagelvoll wie die Männer von Bartoszyce, wie die Fische im Dadajsee."
(red)


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