Mit einer Neufassung von Georges Bizets berühmter, 1875 entstandener Oper „Carmen“ gastiert das Theater Oberhausen am Schauspiel Essen.
Otto Beatus hat Bizets Melodien in eine neue musikalische Sprache übertragen und die weltberühmten Lieder für ein kleines Ensemble arrangiert. Dabei wird einerseits die vertraute Geschichte um die tödlich endende Liebe Don Josés zu der femme fatale Carmen so erzählt, wie man sie kennt, anderseits aber auch neu interpretiert.
„Carmen“ ist purer Mythos, großes Melodram und wenig glamouröse Kleine-Leute-Geschichte in einem: José und Carmen sind Fremde und Außenseiter am Rande der Gesellschaft. Wie in Prosper Mérimées der Oper zugrunde liegenden Novelle schlägt sich Carmen als Gelegenheitsprostituierte und Beischlafdiebin durch. José, der nicht in seine Heimat zurückkehren kann, da er dort im Zorn einen Mann getötet hat, verdingt sich hingegen als Hilfspolizist.
Ein Blick genügt und er ist für sie entflammt: Eine leidenschaftliche Affäre beginnt, José folgt ihr in die Kriminalität. Doch sein unbedingter Besitzanspruch und ihr Freiheitswille vertragen sich nicht lange miteinander …
Der Regisseur Joan Anton Rechi verlegt Carmen in einen vom Bühnenbildner Alfons Flores kreierten düsteren Kosmos düsterer Spelunken und bizarrer Variétés. In diesem Ambiente kämpfen Bizets verlorene Figuren, die Rinnsteinprinzessin, der Kleinkriminelle, der korrupte Polizist, mit- und gegeneinander um ihr kleines Glück.
Doch auch diese Menschen in dieser Welt am Rande haben Größe, Glanz, Gefühle: Bizets Songs, von der „Habanera“ bis zu Escamillos berühmtem Auftrittslied „Auf in den Kampf, Torrero“, verleihen dem Ausdruck.
Es spielen: Angela Falkenhan (Micaela), Nora Buzalka (Carmen), Anja Schweitzer (Lilla Pastia), Torsten Bauer (Zuniga), Jürgen Sarkiss (Escamillo), Peter Warors (José)
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