‚Es war in Westfalen, im Schloss des Herrn Barons von Thunder-ten-tronckh, ein junger Mann, dem die Natur das sanfteste Gemüt verliehen hatte. Er war rechtschaffenen Sinnes und hatte einen ziemlich beschränkten Verstand. Deswegen nannte man ihn, glaube ich, Candide.‘
Als Candide die Tochter des Barons, die schöne Kunigunde, küssen will, wird er von ihrem Vater aus dem Schloss gejagt. Und so steht der leichtgläubige junge Mann am Beginn eines außergewöhnlichen Weges. Sein Lehrer hat ihm beigebracht, dass wir ‚in der besten aller möglichen Welten‘ leben, doch seine Reise um die Welt zeigt ihm ein ganz anderes Bild:
Die Welt, wie Candide sie vor knapp 250 Jahren vorfindet, ist eine einzige Kette von Katastrophen, Unglücksfällen und Gräueltaten – nicht anders als heute auch, blickt man einmal über den Tellerrand europäischen Wohlstands. ‚Wenn das hier die beste aller möglichen Welten ist,‘ fragt Candide auf der Hälfte seiner Weltreise ‚wie müssen dann die anderen sein?‘
Voltaire gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller der Aufklärung. Sein Einfluss reichte weit über seine Heimat Frankreich hinaus, bis an den Hof Friedrichs des Großen. Was im 18. Jahrhundert eine scharfe Satire gegen den vorherrschenden Optimismusgedanken eines Gottfried Wilhelm Leibniz darstellte, kann heute vielschichtig und sehr modern gelesen werden. Wir wollen ‚Candide‘ als philosophisches Märchen für Jugendliche erzählen, die sich in einer ähnlichen Situation wie Candide befinden.
Sie stehen vor dem Schritt in eine Welt voller Widersprüche. Zwischen den Versprechungen der Hochglanzwelt, dass alles einfach zu haben sei, und den Erfahrungen in der wirklichen Welt besteht eine riesige Kluft, die für Jugendliche oft schwer zu verstehen ist. Unsere virtuelle Medienwelt mit ihrem großen Drang zur Perfektion und Vereinfachung ist dabei keine Hilfe. Es gilt, eigene Erfahrungen zu machen, sich eine eigene Meinung zu bilden.
| Inszenierung | Isabel Osthues |
| Bühne | Isabel Osthues, Stefan Schletter |
| Kostüme | Heike Ruppmann |
| Dramaturgie | Stefan Schletter |
| Mit: | |
| Pangloss / Afrikaner / Eldorado | Elke Opitz |
| Kunigunde / Pizza-Star / schwarze Dame / Show-Dame / Afrikaner / Eldoradobewohnerin. | Carolin Freund |
| Hofdame / Cacambo / Wirtin | Claudia Plöckl |
| Bruder / Jacques / Gouverneur / Martin | Thomas Jansen |
| Candide | Benjamin Hübner |
Ein Roadtrip auf der Suche nach der besten aller Welten
nach Voltaire
Premiere
Samstag, den 15.09.2012, 19.30 Uhr
Studio
Dienstag, den 18.09.2012, 11.00 Uhr
Freitag, den 19.10.2012, 19.30 UhrSonntag, den 21.10.2012, 18.00 Uhr
Informationen zum Kartenverkauf
Kasse im Großen Haus
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Abendkasse jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.
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Neuer Service für Gruppen und Schulen
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Die Aufgaben des Rhein-Mainischen Besucherrings übernimmt die Theaterkasse des Staatstheaters Wiesbaden. Künftig betreut Sie unser Team bei allen Anfragen von Schulen und anderen Besuchergruppen.
Erreichbar unter: 0611 132 300
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Quelle Wikipedia/ Pedelecs