Gesellschaft Freunde der Künste

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Eine Ausstellung nationaler und internationaler Künstler

c_you – Sichtbarkeit als Sicherheit begleitend zum 15. Internationalen Bremer Symposium des Films im Kino46 vom 21.1. bis 7.2.2010 in Bremen

Täglich werden wir gesehen, registriert oder überprüft. Auf der Suche nach einem selbsterzeugten, gesichtslosen Phantom stehen wir häufig vor der Frage, wer verdächtig ist und wer nicht. Wir benötigen ein Bild des Anderen, um unser Selbstbild zu wahren. Überwachungskameras, Sicherheitssysteme und Datenspeicherung zählen heute zu den wichtigsten Aspekten der Verbrechensprävention und– bekämpfung. Für ein Gefühl von Sicherheit sind wir bereit, einen Teil unserer Privatsphäre und Individualität zu opfern.

 

Den Blick schärfen

c_you – Sichtbarkeit als Sicherheit ist eine Ausstellung nationaler und internationaler Künstler, die begleitend zum 15. Internationalen Bremer Symposium des Films im Kino46 vom 21. Januar bis zum 7. Februar 2010 stattfindet. Die präsentierten künstlerischen Arbeiten thematisieren die Inszenierung von Sicherheit und die Konstruktion von Feindbildern. Sie befragen die beinahe allgegenwärtig gewordenen Mechanismen der Kontrolle und lassen die scheinbar eindeutigen Opfer- und Täterrollen verschwimmen. Sie fordern dazu auf, den eigenen Blick neu zu schärfen.

Durchschnitt als Ideal?

Der typische Bremer von Raul Gschrey stellt das durchschnittliche Porträt eines Bremers aus: Handelt es sich hierbei um ein Ideal unserer Zeit? Individualität kann in einer ängstlichen Gesellschaft für Aufmerksamkeit sorgen, vielleicht sogar zu Verdächtigungen führen. Dass die Problematik von Individualität und der daraus resultierenden Unsicherheit eine globale ist, verdeutlicht auch der Film confesión der guatemaltekischen Künstlerin Regina José Galindo. Er beschäftigt sich mit der umstrittenen und doch verbreiteten "Verhörmethode" water-boarding. In einem Selbstversuch hat die Künstlerin einen Unbekannten gebeten, sie in kurzen Abständen, ohne Rücksicht auf ihre Reaktionen unter Wasser zu tauchen. Schockiert von der Brutalität und Konsequenz des Unbekannten und doch durch den eigenen voyeuristischen Blick gefesselt, schaut der Betrachter dem Geschehen zu: Wie viel ist die Würde des Einzelnen wert, wenn es um die Frage nach Sicherheit geht?

 

Die Künstler im Detail - Standpunkte

In den Filmen des früheren Bremer HfK Studenten Ralf Küster Kavalar – die weisse Zone und Achtzehn Fragmente eines Gewaltaktes verschwimmen Opfer- und Täterrollen. Besonders die Rolle des Staates bei der Frage nach Sicherheit wird hier untersucht. Raul Gschrey aus Frankfurt stellt mit seiner Arbeit Der typische Bremer die Individualität des Menschen in einer von Sicherheit besessenen Gesellschaft in Frage. Seine Arbeit SEE ist als Imperativ an den Besucher zu verstehen. Die Installation feindbar der Berliner Künstlerin Jana Seehusen stellt die Rolle der Medien bei der Erzeugung von Helden- und Feindbildern in den Mittelpunkt. Regina José Galindo aus Guatemala dokumentiert in ihrem Film confesión einen Selbstversuch, der uns die Frage stellt: Wie viel ist die Würde eines Menschen wert, wenn es um die eigene Sicherheit geht? Der Berliner Komponist Johannes Kreidler stand schon mehrfach mit seiner Installation Call Wolfgang in der Diskussion, denn seine Arbeit stellt die staatlichen Rastermethoden in Frage und verdeutlich dadurch, wie schnell man selbst zum Verdächtigen werden kann. Der Bremer Künstler Norbert Bauer gibt den gesuchten Phantomen in seinen Acrylmalereien ein mögliches Gesicht, das in seiner Vagheit zur Projektionsfläche der eigenen Ängste wird. Die Bilder von Tom Gefken stellen den Betrachter selbst in das Fadenkreuz der Pistole. Der Bremer Student Mike Engel wird während des Filmsymposiums die Vorträge auf ungewöhnliche Art und Weise verfolgen – die Gesten der Referenten werden durch seine Zeichnungen nachempfunden.

c_you – Sichtbarkeit als Sicherheit

21. Januar bis 7. Februar 2010Kino46

  • Di-Fr 19.30 - 22.30 Uhr
  • Sa-So 15.30 - 22.30 Uhr
  • Mo geschlossen
  • weitere Termine nach Vereinbarung

Quelle: www.bremen.de