Gesellschaft Freunde der Künste

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Freiheit muss man fesseln

BurkaBodage, Premiere am 31.10.2009, THEATER IM BÜHNENTURM

Freiheit muss man fesseln

In einer ihrer letzten Produktionen  Letters from Tentland hob Helena Waldmann das in Teheran herrschende Tanzverbot mittels tanzender Zelte auf und ging damit auf Welttournee. Nun wagt sie sich weiter nach Asien hinein. Während mehrerer Aufenthalte in Kabul und Japan versuchte Helena Waldmann der virulenten Frage nach Freiheit und Mut auf den Grund zu gehen. Verblüffend ähnlich waren die Antworten in beiden Ländern: Freiheit muss man fesseln.

Mut braucht man, um fortzufliegen. Monireh, eine junge Schauspielerin in Kabul, sagt, sie wisse nicht, was Freiheit ist, sondern: »Ich träume, einmal aus der Masse rauszukommen und mein eigenes Ich zu finden. Ich will mutig sein. Aber auf der Bühne, so ausgestellt, wird man extrem verletzt. Man wird von den Männern verstoßen. Ich will mich davor nicht fürchten. Noch lieber würde ich tanzen. Denn im Tanz kann man geistige Widerstände überwinden. Am liebsten aber wäre ich der Engel der Hölle, so mutig, dass ich vor Männern keine Angst mehr hätte, sie besiegen könnte. Alle Afghanen haben versagt. Da ist keine Hoffnung. Darum will ich am liebsten eine Heldin aus einer anderen Welt suchen.«

In ihrem neuen Stück BurkaBondage vergleichen zwei Tänzerinnen die Fluchtbewegungen ihrer Generation im ärmsten asiatischen Staat mit Strategien der Weltflucht im reichen Japan. In Japan heisst sie »Generation Lost«, in Afghanistan »Generation Rain«. Wer bei uns an Kamikaze, Harakiri und Selbstmordattentäter denkt, sieht in BurkaBondage einen kulturellen Hintergrund dazu.

BurkaBondage sprengt die Hüllen und Fesseln, indem es die Hülle (die afghanische Burka) und Fessel (des japanischen Bodage) ernst nimmt. Beides sind Träger der Kraft, beides treibt ihren Freiheitswillen zum Äußersten und verleiht ihm eine politische Stimme.

Eine Moritat
Von und mit: Yui Kawaguchi, Tokyo – Berlin (Tanz), Vania Rovisco, Berlin
(Tanz), Monireh Hashemi, Kabul, Acci Babba, Tokyo – Berlin (Video),
Mohammad Reza Mortazavi, Isfahan – Berlin (Musik)
Konzept, Regie, Choreografie: Helena Waldmann,
Dramaturgie: Dunja Funke
Bühne: Jochen Sauer
Lichtdesign: Andreas Fuchs
Regieassistenz: Taiya Mikisch
Eine Produktion von Helena Waldmann und Ecotopia Dance Poductions
In Koproduktion mit Berliner Festspiele, Burghof Lörrach,
Fabrik Potsdam, Forum Freies Theater Düsseldorf,
Festival Theater in Bewegung Jena, Festival Internacional de las Artes
de Castilla y Leon (E), Tafelhalle im KunstKulturQuartier Nürnberg,
Theater im Pfalzbau Ludwigshafen
Mit freundlicher Unterstützung von ITI Germany und Goethe Institut
Gefördert durch: Hauptstadtkulturfonds

Termine

SA, 31.10.2009, 19.30 Uhr 
SO, 1.11.2009, 19.30 Uhr

Kontakt

Theater im Pfalzbau Ludwigshafen

Berliner Str. 30
67059 Ludwigshafen

Telefon (0621) 504 25 - 40/41
Fax (0621) 5 04-29 30
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Links

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