Gesellschaft Freunde der Künste

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Existiert ein Begriff von Freiheit?

BREITENGRAD Tanztheater: Zwei Stücke von Johannes Wieland ab 10.12.2010 am Staatstheater Kassel bis zum 19.1.2011

Existiert ein Begriff von Freiheit? Wo fängt persönliche Freiheit an, wo wird sie eingeschränkt? Steht die Freiheit des Einzelnen über der Freiheit der Gesellschaft und ihrer Sicherheit? Ist individuelle Freiheit überhaupt zu greifen – was würde es bedeuten, ein/sein Leben in Freiheit zu gestalten?

Keine Grenzen und Naturgewalten, noch Herrschaft und Schicksal anzuerkennen? Persönliche Freiheit ist mehr als bloße Gedankenfreiheit, in ihr steckt ein ungeheures Machtpotential, daher müssen die ethischen und psychischen Grenzsituationen nach der Frage verhandelt werden, ob es sich um eine endgültige unüberwindliche oder nur eine vorübergehende, nicht zu überwindende Grenze handelt.

»Die Probleme, die uns heute entführen und mitnehmen, sind [...] sehr großräumig, zudringlich, beängstigend und komplex. Es geht dabei darum, dass Menschen aus ihrer kleinräumigen Wunsch- und Phantasiestruktur, aus ihrer regionalen und nationalen Identitätsverfassung heraus gebrochen werden – ob sie wollen oder nicht. Die Seelenformen des Bürgertums und Kleinbürgertums in der Ersten Welt werden aktuell umformatiert.

Wir werden umgeprägt von einem humanistisch-nationalistischen Welthorizont auf einen ökologisch-globalen. Wir stecken in Bildungsprozessen, die uns verwickeln in die Synchronwelt des Kapitals, des globalen Waren- und Informationen-verkehrs, also in das, was man die Weltwirtschaft nennt. Nicht weil wir Idealisten wären, sondern weil wir Realisten werden wollen, suchen wir nach Formen von Denken und Verhalten, die uns in der aktuellen Globalwelt zur Verkehrsfähigkeit verhelfen.« (Peter Sloterdijk, Die Sonne und der Tod).

Evangelia Kapetanea und Jozef Fruček tanzten von 2002 bis 2005 bei der Ultima Vez Kompanie von Wim Vandekeybus. 2006 gründeten sie ihre eigene Kompanie RootlessRoot, mit der sie inzwischen international für Furore sorgen. Evangelia Kapetanea (1973) absolvierte ihre Ausbildung an der Staatlichen Ballettschule Athens. Ein Stipendium ermöglichte ihr ein Studium am New Yorker Merce Cunningham Studio/Movement Research and Dance Space. Anschließend arbeitete sie mit verschiedensten Kompanien in Griechenland und in anderen Ländern zusammen. Im Jahr 2002 erhielt sie vom griechischen Kultusministerium die Auszeichnung „Beste Performerin“.

Jozef Fruček (1975) studierte an der Hochschule für Musik und Darstellende Künste in Bratislava, wo er auch promovierte. Als freischaffender Künstler und Tänzer tritt er sowohl in Solo- als auch in Gruppenprojekten auf. Seine Choreografien sind von seinen vielfältigen Erfahrungen mit Kampfsportarten mit geprägt.

 

Wer vorab schon einen Eindruck vom neuen Tanzabend bekommen möchte, der sollte für 5 Euro Eintritt die „Kostprobe“ am Mittwoch, 8. Dezember, um 19.30 Uhr im Schauspielhaus besuchen. Karten für die „Kostprobe“ und für die Premiere gibt es an der Theaterkasse, Tel. (0561) 1094-222, und online unter www.staatstheater-kassel.de.

 

Aufführungen bis zum 19.1.2011

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