Gesellschaft Freunde der Künste

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steht im Zeichen der Thematik »In der Fremde«

Bregenzer Festspiele 2010 - Wiedersehen mit Verdis spektakulärer Aida als Spiel auf dem See - bis zum 22.8.2010

Regisseur Graham Vick und Bühnenbildner Paul Brown haben Verdis monumentale Wüstenoper Aida am Bodensee im Sommer 2009 kurzerhand ins Wasser versetzt und mit ihrer eigenwilligen Interpretation Besucher und Kritiker begeistert. Aida ist auch im Sommer 2010 wieder als Spiel auf dem See zu sehen. Das weitere Programm des Festivals steht ganz in Zeichen der Thematik »In der Fremde«. Im Mittelpunkt steht eine Werkretrospektive des vergessenen polnischen Komponisten Mieczysław Weinberg (1919–1996), in deren Rahmen vom 31. Juli bis 2. August auch ein Weinberg-Symposium stattfinden wird. 

Die unglückliche Liebesgeschichte zwischen der Äthiopischen Prinzessin Aida – einst als Sklavin an den Nil verschleppt – und dem Ägyptischen Feldherrn Radames, war im Sommer 2009 in Bregenz in einer ganz neuen Interpretation zu sehen. Das Regieteam nutzte den Bodensee für Giuseppe Verdis monumentale Oper nicht nur als grandiose Kulisse, sondern als integralen Bestandteil der Inszenierung: So entstanden Auftrittsorte für Sänger und Darsteller, die nicht nur am, sondern auch im Wasser liegen.

Die aus Teilen einer zerbors­tenen Statue bestehende Bühne wird mittels zweier riesiger Kräne vor den Augen des Publikums zusammengesetzt. Premiere des Spiels auf dem See ist am 22. Juli 2010. Als Oper im Festspielhaus ist Mieczysław Weinbergs Die Passagierin zu sehen. Das Werk basiert auf dem gleichnamigen Roman der polnischen Auschwitz-Überlebenden Zofia Posmysz. 1968 vollendet, wurde die Oper rund um die schicksalhafte Begegnung einer ehemaligen SS-Aufseherin und einer KZ-Gefangenen erst 2006 in konzertanter Form uraufgeführt.

Premiere der szenischen Uraufführung ist am 21. Juli. Mit Das Portrait, seiner satirischen Oper nach Nikolai Gogol rund um einen Künstler in Existenz- und Gewissensängsten, wandte sich Weinberg nach der Ablehnung der Passagierin durch die sowjetischen Behörden einem politisch harmloseren Thema zu. Er schuf ein zeitloses Werk und stellte gleichzeitig sein komisches Talent unter Beweis. Premiere im Theater am Kornmarkt ist am 31. Juli.

In seinen tief bewegenden Orchesterwerken hat Mieczysław Weinberg ein Dasein in Emigration und Verfolgung nicht nur verarbeitet: Allen Widrigkeiten zum Trotz ist es ihm gelungen, Zeit seines Lebens Gelassenheit und Friedfertigkeit zu bewahren. Die Orchesterkonzerte der Wiener Symphoniker, des Symphonieorchesters Vorarlberg und des Kammerorchesters MusicAeterna aus Nowosibirsk präsentieren seine eindrucksvollsten Werke. Am Pult der Wiener Symphoniker steht sowohl am 25. Juli als auch am 1. August der russische Dirigent Vladimir Fedoseyev.

Im Rahmen von Musik & Poesie ist im Seestudio Weinbergs intimere Kammermusik zu erleben, gepaart mit Gedichten von Ossip Mandelstam, Marina Zwetajewa, Anna Achmatowa und Joseph Brodsky. Die Schauspielreihe bringt im Sommer 2010 das Deutsche Theater Berlin zurück an den Bodensee. Zu sehen sind der Klassiker Herz der Finsternis von Joseph Conrad und mit Lukas Bärfuss’ Öl ein neues Stück Gegenwartstheater.

Im Rahmen von Kunst aus der Zeit wird das Festspielmotto »In der Fremde« aus etwas anderen Blickwinkeln beleuchtet: Dies geschieht mit der Uraufführung der Oper Jacob’s Room des amerikanischen Elektronik-Pioniers Morton Subotnick und mit Out of Context des bekannten belgischen Choreografen Alain Platel, der mit seiner Ballettkompanie C de la B in Bregenz gastiert.

An Kinder und Jugendliche wenden sich die Reihe crossculture, das Fest des Kindes, Neuauflagen der crossculture week und der akademie der bregenzer festspiele sowie die Familienkonzerte rocky roccoco und Saiten!

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