Gesellschaft Freunde der Künste

Nachrichten und Veranstaltungen in unserem Archiv

Brahms und die Moderne - Ostertöne in Hamburg der Laeiszhalle-Musikhalle vom 10. bis 13.4.2009

Auch in ihrem vierten Jahr sind die Hamburger Ostertöne wieder dem berühmtesten Ehrenbürger der Stadt gewidmet: Johannes Brahms. Und das aus gutem Grund, denn wer sonst steht überzeugender für eine Moderne, die ihre Kraft aus der Selbstvergewisserung in der Tradition bezieht und mutig "neue Bahnen" aufzeigt? Dabei lohnt es sich, diesmal ganz besonders genau hinzuhören – und auch hinzuschauen.

Eine Idee, eine kurze Passage, ein flüchtiger Eindruck: auch in der Musik berühren uns kleine Dinge und "Miniaturen" oft in besonderer Weise. Der "kleinen Form" schenkt das Festival 2009 besondere Aufmerksamkeit. Kurze Werke sind meist keine künstlerischen Leichtgewichte, die musikalische Miniatur bringt vielmehr so unterschiedliche Erscheinungen wie das Kunstlied, die Kammermusik, Etüden und Improvisationen hervor. Genreübergreifend wird im Rahmen der Ostertöne in Musik, Film und Literatur der konzentrierten Momentaufnahme nachgespürt und dabei ein perspektivenreiches Spektrum eröffnet, das von der Romantik mit Brahms über den Anbruch der Moderne bei Webern bis in unsere Gegenwart reicht.

Das Festival versammelt führende Interpreten ihres Fachs. "Artist in residence" ist der Pianist Lars Vogt, dessen Einspielungen von Brahms' Klaviermusik vielfach preisgekrönt sind. Simone Young, künstlerische Leiterin des Festivals, leitet die Aufführung des Deutschen Requiems durch die Philharmoniker Hamburg und den NDR Chor, das Klangforum Wien präsentiert ein spannendes Filmkonzert, Reinhold Friedrich bringt mit dem Bundesjugendorchester Olga Neuwirths Trompetenkonzert "...miramondo multiplo..." zur Hamburger Erstaufführung.

Die Kammerkonzerte werden neben Lars Vogt u. a. vom Arditti Quartet und dem ensemble recherche gestaltet. Für die jüngsten Konzertbesucher wird am Ostersonntag eine musikalische Ostereiersuche geboten.

Rege besucht wurde 2008 das erstmals eingerichtete Brahms-Café im stimmungsvollen Brahms-/Foyer. Bei Kaffee und Kuchen kann man hier auch in diesem Jahr vor dem Konzert Freunde treffen, internationale Presse studieren oder Kurzgeschichten und Aperçus hören.

Das Festival findet über die Säle der Laeiszhalle hinaus erstmalig auch an weiteren Orten Hamburgs statt: In der HafenCity ist eine Klanginstallation von Olga Neuwirth zu sehen und das Abaton-Kino am Grindel zeigt filmische Arbeiten der österreichischen Künstlerin.

Programmübersicht:

Karfreitag, 10. April 2009

 

11.00 Uhr,
Großer Saal
Philharmoniker Hamburg
NDR Chor
Simone Young, Dirigentin
Vida Mikneviciute, Sopran
Wolfgang Koch, Bariton
Wolfgang Mitterer, Orgel und live electronics
Wolfgang Mitterer: "Stilles Bild" für Orgel und live electronics (Uraufführung)
Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem op. 45
18.00 Uhr,
Kleiner Saal

Arditti Quartet
Olga Neuwirth: "Settori" und "Akroate Hadal" für Streichquartett
Luigi Nono: Fragmente – Stille.
An Diotima für Streichquartett

20.00 Uhr,
Kleiner Saal
Arditti Quartet
Isabel Charisius, Viola
Valentin Erben, Violoncello
Wolfgang Rihm: Grave "in memoriam Thomas             Kakuska" für Streichquartett
Johannes Brahms: Streichsextett Nr. 1 B-Dur op. 18
Arnold Schönberg: Verklärte Nacht op. 4

Ostersamstag, 11. April 2009

 

15.00 bis 19.00 Uhr,
Brahms-Foyer
Café mit Kurzgeschichten
Geschichten von Peter Altenberg, Leo Perutz u.a.
Eintritt frei
19.00 Uhr,
Kleiner Saal
Lars Vogt, Klavier
ensemble recherche
Johannes Brahms: Vier Balladen für Klavier op. 10
Gérard Pesson: Nebenstück – filtrage de la
Ballade op. 10 Nr. 4 de Brahms
"In nomine. The Witten in nomine broken
consort book" – Kompositionen von Bryan
Ferneyhough, Jo Kondo, György Kurtág, Matthias
Pintscher, Luca Ronchetti, Walter Zimmermann,
Ase Hedström, Georg Kröll und Enno Poppe (UA)
22.30 Uhr,
Brahms-Foyer mit Bewirtung
Internationales Opernstudio der Staatsoper Hamburg
Simone Young, Klavier
Josef Hussek, Moderation
Liedernacht mit jungen Sängern des Internationalen Opernstudios der Staatsoper Hamburg
Lieder von Johannes Brahms, Alban Berg, Anton Webern, Olga Neuwirth

Ostersonntag, 12. April 2009

 

14.00/16.30 Uhr,
im ganzen Haus
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
Wiener Maskentheater
Musikalische Ostereiersuche für Kinder von 5 bis 8 Jahren
20.00 Uhr,
Großer Saal
Klangforum Wien
Jean Deroyer, Dirigent
"free radicals" – eine Soirée mit Film und Musik

Mit Filmen von Man Ray, Pipilotti Rist, Bady Minck,
Maya Deren, Mara Mattuschka u. a.
Arnold Schönberg: Drei kleine Orchesterstücke
Iannis Xenakis: Concret PH (Tonband)
Karlheinz Stockhausen: Dr. K. Sextett
Morton Feldman: Madame Press died last week at ninety
Harrison Birtwistle: Tombeau – In Memoriam
Igor Strawinsky
Witold Lutoslawski: Slides
Iannis Xenakis: O-Mega
Emilio Pomárico: In Nomine
Georges Aperghis: Heysel
David Horne: Disintegration II
Misato Mochizuki: Le labyrinthe de la raison
James Clarke: 2006-K
Theo Verbey: Man Ray, Le retour à la raison
Beat Furrer: Ein Lied, das über das Ende des Liedes hinaus.

Ostermontag, 13. April 2009

 

15.00 bis 19.00 Uhr,
Brahms-Foyer
Café mit Kurzgeschichten
Geschichten von Peter Altenberg, Leo Perutz u. a.
Eintritt frei
17.00 Uhr,
Kleiner Saal

 

Lars Vogt, Klavier
Antje Weithaas, Violine
Rachel Roberts, Viola
Christian Poltéra, Violoncello
Alban Berg: Sonate für Klavier op. 1
Anton Webern: Drei kleine Stücke für
Violoncello und Klavier op. 11
Anton Webern: Vier Stücke für Violine und
Klavier op. 7
Johannes Brahms: Sonate für Viola und Klavier
Es-Dur op. 120 Nr. 2
Johannes Brahms: Klavierquartett Nr. 3 c-Moll op. 60
20.00 Uhr,
Großer Saal

 

Bundesjugendorchester
Peter Hirsch, Dirigent
Reinhold Friedrich, Trompete
Alban Berg: Drei Stücke für Orchester op. 6
Olga Neuwirth: "...miramondo multiplo..." für Trompete und Orchester
Johannes Brahms: Klavierquartett g-Moll op. 25 (Orchestrierung Arnold Schönberg)

Mehr Infos unter: www.laeiszhalle.de