Rolf Schröter, Mitglied der Chefredaktion bei W&V,
Lieber Herr Böhmer,
das war bestimmt kein Zufall - BMW präsentiert seine Zukunftsvision namens Concept i4 just an dem Tag, an dem der Vorstand des Branchenverbands VDA sich für München als Standort der IAA entschieden hat. Denn der i4 ist nicht einfach nur die Vision eines vollelektrischen Gran Coupés. Das Auto trägt auch ein neues BMW-Logo.
Obwohl: Eigentlich ist es kein neues BMW-Logo, sondern nur die Erweiterung des Bestehenden. Damit in digitalen Umfeldern Botschaft und Marke miteinander verschmelzen. Auf den Autos bleibt – zunächst jedenfalls – das bisherige dreidimensional gestaltete Logo.
Was das mit der IAA zu tun hat? Mehr als man glauben mag. Denn eigentlich herrschte schon seit Tagen im 19-köpfigen VDA-Vorstand zumindest eine Tendenz für München und weniger für die Mitbewerber Berlin und Hamburg als passendste Stadt für die Weltleitmesse der Mobilität.
Aber Herbert Diess hat es spannend gemacht. Der Volkswagen-Chef sperrte sich lange gegen den Zuschlag für München, so heißt es, weil es nicht sein könne, dass alle Aussteller im Lichte – oder im Schatten, je nach Sichtweise – einer dominanten Marke stünden. Sprich: BMW.
BMW hatte bereits angeboten, im Falle eines Zuschlags für München, die Logos am BMW-Hochhaus zu verbergen . Logo hin oder her, das Thema zieht. Und Aufmerksamkeit ist gut. Wer weiß, vielleicht hatte BMW-Markenchef Jens Thiemer für heute eigentlich noch eine nette Idee im Köcher, um das Thema Logo und IAA miteinander zu kommunizieren?
Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Manche Dinge brauchen halt Zeit.
Einen schönen Abend noch – und Glückwunsch an München
Rolf Schröter


BMW führt digitales Markenlogo ein. Foto: BMW



