Gesellschaft Freunde der Künste

Nachrichten und Veranstaltungen in unserem Archiv

„BLICKWECHSEL“ betitelt die Galerie Rieder ihre aktuelle Präsentation ausgewählter Malerei,

BLICKWECHSEL, bis zum 30.1.2010 in München

„Blickwechsel“ betitelt die Galerie Rieder ihre aktuelle Präsen-tation ausgewählter Malerei, Fotografie und Plastik von Wolfgang G. Bühler, Hanneke Beaumont, Marion Bembé, Max Ernst, Nan Goldin, Hans Hartung, Beate Passow, Martin Paulus und Linda Touby.

In ihrem großformatigen Foto-Triptychon Mater cum filio zeigt die in München lebende Beate Passow Mütter, Kinder im Arm haltend, die - meist bettelnd - vor verschlossenen Kirchenportalen stehen, während im Innenraum Madonnenfiguren auf prächtigen Altären Nächstenliebe und christliches Ideal der Armut versinnbildlichen. Die Künstlerin erweist einer Randgruppe der Gesellschaft, den Roma, ihren Respekt und reflektiert in den arrangierten

Darstellungen Gemeinsamkeiten von Bettlerinnen und Heiligen.
Die Fotografien von Nan Goldin dokumentieren den gelebten und erlebten Augenblick, Rückzug und Verlust des Individuums. Ihre Beziehungen zu den aus ihrem engsten Lebensumfeld stammenden Porträtierten und ihre eigene Biographie ermöglichen die schonungslose Offenheit, mit der die stigmatisierten oder ins Triviale verfremdeten Gesichter und Körper ihren sozialen Auf- und Abstieg, den zugefügten psychischen und physischen Schmerz, offenbaren.

Martin Paulus wechselt zwischen den Medien Fotografie und Malerei. Die mit der Kamera eingefangenen Momentaufnahmen dienen ihm als Vorlage für die subjektive Schilderung von Alltagsszenen, gesellschaftlichen Befindlichkeiten, Einsamkeit und Isolation, die - häufig als Bildzyklen angelegt - wie gemalte Kurzfilme erscheinen. In Siedlung 2 setzt er Großstadtmotive in stille, geheimnisvoll anmutende, stark kontrastierende Hell-Dunkel-Malerei
um.

Die menschliche Psyche und Existenz bringen die passive und dennoch theatralische Körpersprache und die androgynen Physiognomien der lebensgroßen Bronzeplastik No. 39 und der knienden Terrakottafigur No. 38 von Hanneke Beaumont zum Ausdruck. Sie übertragen individuelle und variierende Emotionen und manifestieren in stoisch erscheinender
Stille das heroisch-poetische Moment der Selbstaufgabe und Verzweiflung.
Der Prozess der Metamorphose und die Ausdrucksmöglichkeiten der Farbe werden in Wolfgang G. Bühlers Serie Verlorene Entdeckungen fokussiert. Bevorzugt verwendet er gedämpfte „Nicht-Farben“, die er durch den nuancierten Einsatz in einen sinnlich-ästhetischen Dialog treten lässt.

Durch wiederholte Bearbeitung des gefalteten Kupferdruckpapiers mit
Farbe bildet er subtil differenzierte Oberflächenstrukturen, die im Wandel begriffene Naturerscheinungen assoziieren.

Linda Touby vereinigt in ihrem nach dem altägyptischen Sonnengott Ra benannten Diptychon das Erleben der Natur mit dem eigenen Bewusstsein und dem kollektiven Unterbewusstsein. Das intensive Kolorit zielt auf die suggestive Wahrnehmung des Betrachters, der Einsatz der Farben Rot und Blau gibt den Spannungsbogen zwischen Himmel und Erde wieder, assoziiert Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Auf der Bildoberfläche wird durch die abwechselnd opak und transparent aufgetragene Mixtur aus Ölfarbe und Wachs eine dramatisch anmutende, dualistische Wirkung hervorgerufen.

Dauer der Ausstellung bis zum 30-1-2010

Kontakt

Galerie Rieder GmbH
Maximilianstr. 22
D- 80539 München

Tel: (49) 089/29 45 17
Fax: (49) 089/22 34 51

Email: info@galerierieder.de

Öffnungszeiten

Di. - Fr.: 11:00 bis 13:00 / 
14:00 - 18:00 Uhr
Sa.: 11:00 bis 15:00 Uhr
sowie nach Vereinbarung

Abbildungen

Herbert Albrecht, Kopf, Bronze, 2008
Hanneke Beaumont, Figur Nr. 39, Bronze, 1999
Wolfgang G. Bühler, Verlorene Entdeckungen, 1999, Acryllasuren auf
Kupferdruckpapier
Nan Goldin, At the Bar, Cibachromabzug, 1992
Martin Paulus, Siedlung 1, Dispersion/Nessel, 1989
Linda Touby, Ra CI, Diptychon, 2000, Öl und Wachs/Lwd

Links

http://www.galerierieder.de/aktuell/index.shtml