Mit der Moral und Integrität der Herrschenden steht es nicht zum Besten: Ritter Blaubart ist froh, denn er konnte sich gerade seiner fünften Gattin entledigen. Sein Alchemist Popolani übernahm wie immer diese unfeine Aufgabe.
Aber nicht nur der ehrenwerte Ritter hat eine schmutzige Weste, auch König Bobèche lässt durch seinen Minister die angeblichen Liebhaber der Königin aus dem Weg räumen. Zum Glück bringen es aber weder Popolani noch der Minister übers Herz, die Frauen zu töten.
Als Blaubart nach Gattin Nummer 6 Ausschau hält, trifft er auf die resolute Boulotte, die die Revolution plant: Sie befreit die vermeintlich toten Ex-Frauen und führt sie dem Ritter vor Augen. Die berühmte „Blaubart“-Sage wurde von Jacques Offenbach in seiner 1866 uraufgeführten Opéra bouffe völlig auf den Kopf gestellt: So trifft man auf korrupte Machthaber, zwielichtige
Wissenschaftler, hintergangene Kerle und fidele Mordopfer. Die bissige, von Offenbach als Gesellschaftskritik angelegte Operette besitzt großes satirisches Potential, das auch heute noch zahlreiche Anspielungen auf unsere Zeit liefert.
Opéra bouffe in drei Akten von Jacques Offenbach
Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy nach Charles Perraults Märchen „Contes de ma mère l’Oye“
Musikalische Leitung Thomas Dorsch
Inszenierung Søren Schuhmacher
Bühnenbildner Norbert Bellen
Kostümbildner Carola Volles

