Gesellschaft Freunde der Künste

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Schauspiel von David Harrower

Blackbird, Premiere am 27.11.2009, Theater Ingolstadt

»Mir geht es nicht darum, zu einem Schluss zu kommen, sondern darum, Fragen zu stellen; Fragen über persönliche Freiheit und Verantwortung, und Fragen darüber, was man im Leben hinter sich lässt und was man mit sich herumträgt und wie sehr man der Vergangenheit die Schuld an den Problemen der Gegenwart gibt.« David Harrower

Als Una zwölf und Ray 40 waren, hatten sie ein »Verhältnis « und wurden entdeckt, er kam für sechs Jahre ins Gefängnis, sie in Therapie. 15 Jahre später sieht sie ein Foto von ihm in der Zeitung und besucht ihn an seinem schlecht bezahlten Arbeitsplatz, einer schmutzigen Kantine, um ihn zu beschimpfen und zur Rede zu stellen. War es Liebe, war es Missbrauch, war es beides und wo verläuft die Grenze? Welche Bilder und Interpretationen haben sich über die Vergangenheit gelegt?

›Blackbird‹ ist die Liebesgeschichte zweier Menschen, die eine gemeinsame Erfahrung hinter sich gebracht haben, die ihr Leben verändert hat. Mit einem neuen Namen, einer neuen Arbeit fern seiner damaligen Stadt und mit einer neuen Frau hat er sich eingerichtet. Einige Jahre lebt er schon mit ihr zusammen, sie ist sogar etwas älter als er. Erzählt er Una.

Die will eigentlich nur Gewissheit über das, was damals geschehen ist. Als Anklägerin erscheint sie, doch wandelt sich das Bild bald. Sie, damals ein frühreifes Mädchen, hat ihm heimlich nachgestellt, ihm kleine Briefchen unter den Scheibenwischer geklemmt, war unheimlich in ihn verschossen.

Sie nahm ihn sich, weil sie es mochte, von ihm umhergefahren zu werden, weil sie die Blicke der anderen sehen wollte, die neidisch waren. Sie lauerte ihm auf, wartete vor seiner Haustür. Er verliebt sich in sie, sie schlafen miteinander und sie genießt es, ihn glücklich zu machen. Beide reisen zusammen ans Meer, wo er eigentlich nur Zigaretten holen will, jedoch so lange nicht zurückkehrt, bis Una sich auf die Suche nach ihm macht, ihn nicht findet und schließlich von einem Paar aufgelesen wird, was erst ihre Eltern und dann die Polizei ruft.

Ray wird festgenommen und Una verteidigt ihn. Trotzdem wird er verurteilt. Er habe sie geliebt, habe sonst nie eine andere Minderjährige auch nur aus der Ferne angesehen. Er sei kein Pädophiler. Una glaubt ihm und sie verzeiht ihm. Nach einem Kuss will sie mit ihm schlafen, doch er blockt ab. Er hört seine Frau nach ihm rufen, die ihn wohl von der Firma abholen will …

David Harrower, geboren 1966 in Edinburgh, ist Dramatiker, Drehbuchautor und Übersetzer und zählt zu den wichtigsten britischen Gegenwartsautoren, seit er mit seinen ersten Stücken große Erfolge auf internationalen Bühnen feierte. Harrower schrieb ›Blackbird‹ 2005 für das Edinburgh Festival, wo es in der Regie von Peter Stein uraufgeführt würde. Harrower ist ein Meister im unverkopften und doch nie oberflächlichen Zergliedern extremer, widersprüchlicher Gefühlslagen (sein ›Messer in Hennen‹, war ein großer Erfolg im Studio unter der Regie von Schirin Khodadadian).

Harrower gelingt auch mit ›Blackbird‹ ein perfektes well made play, eine anrührende, intelligente Paraphrase auf den so heiklen Lolita-Komplex, die sich theatralischer Richtersprüche weise enthält.

Premiere am 27.11.2009

Weitere Aufführungen bis zum 28.02.2010

Mitwirkende

Kontakt

Theater Ingolstadt
Peter Rein
Schloßlände 1
85049 Ingolstadt

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Fax 08 41 / 305 47-2 29

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Presse

Thomas Schwarzer
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Dramaturg
Tel. 08 41 / 3 05-4 72 33
Fax 08 41 / 3 05-4 72 39
E-Mail thomas.schwarzer@ingolstadt.de

Links

http://www.theater.ingolstadt.de/frameset.cfm?case=stueck&ID_stueck=860

http://en.wikipedia.org/wiki/David_Harrower