Gesellschaft Freunde der Künste

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ist die revolution kukturfähig oder ist kunst nur was verkauft wird

Bernd Langer: Kampfprozesse ab 6.3.2009 in Berlin

Ausstellungs-Eröffnung zur KuK-Ausstellung "Kampfprozesse" von Bernd Langer.

Ort: Ladengalerie der Jungen Welt, Torstraße 6
Beginn: 19 Uhr mit einer "Rede zur Kunst" von BERND LANGER und "linksradikalen Liebesliedern" von FIDL KUNTERBUNT

Infos unter: www.kunst-und-kampf.de

Auszug aus den Kuk-Grundsätzen:

Gibt es Kunst?
In der modernen kapitalistischen Gesellschaft wird als Kunst definiert, was sich als solche verkauft.
Demgegenüber verfolgt KuK einen Kunstbegriff, der davon ausgeht, daß Kunst als ein besonderes menschliches Medium, eine Art übergeordnetes, nicht rationales Prinzip, existiert.
Dabei ist das Medium Kunst keiner Form verpflichtet. Das Problem, etwas zu malen, wird nicht dadurch gelöst, es möglichst naturalistisch oder abstrakt wiederzugeben, sondern das umzusetzen, was im Menschen das betreffende Gefühl erwecken kann. Kunst interpretiert Empfindungen und drückt sie aus!
Das Medium Kunst zu beherrschen, setzt deshalb voraus, daß das, was künstlerisch wiedergegeben werden soll, als Emotion begriffen wird. In der Konsequenz heißt Kunst, Dinge und Zusammenhänge von innen zu begreifen, sich in sie hineinzuversetzen. Das bedeutet, daß ein/e Künstler/in nur Dinge im Medium Kunst darstellen kann, die er/sie (zumindest bis zu einem bestimmten Grad) selber ist.

Revolutionäre Kunst
Kunst heißt Bewußtsein schaffen, Widersprüche entwickeln, Probleme aufzeigen, Lösungen provozieren. Kunst heißt, in individuelle und gesamtgesellschaftliche Prozesse eingreifen und immer wieder den Versuch der Klärung zu unternehmen, also Stellung zu beziehen. Nur diese Inhalte heben Kunst von billiger Propaganda ab. Propaganda und Produktwerbung unternehmen das Entgegengesetzte: Keine Widersprüche, keine Entwicklung von Bewußtsein, nur der Versuch, Tatsachen zu vertuschen, einfache Lösungen zu bieten, zum Kaufrausch abzurichten, zur Gedankenlosigkeit zu verführen.

Die Revolution ist kulturfähig
Revolution bedeutet mehr als ein"bloßer" Umbau der Staatsform, als die bloße Veränderung der ökonomischen Machtverhältnisse. Revolution bedeutet gesamtgesellschaftliche Veränderung, bedeutet Überwindung alter Werte-, Moral- und Kulturvorstellungen durch neue, fortschrittliche. Ein Bewußtseins- und Gefühlsprozeß ist Grundvoraussetzung für die Veränderung der ökonomischen Machtverhältnisse - und umgekehrt.
Das eine kann nicht vom anderen getrennt werden. Der herrschende Machtapparat kann nicht zerschlagen werden, ohne daß dies Menschen tun, die die Welt schon anders interpretieren, ein anderes Lebensgefühl, andereMoral- und Kulturvorstellungen besitzen. Mehr noch: Ohne das Gefühl und das Wissen von einer besseren Welt sind für das menschliche Individuum die Entbehrungen, Opfer und Konsequenzen, die ein "revolutionärer" Kampf bedeutet, gar nicht durchzustehen.
Positiv formuliert ist für das Individuum der Kampf für eine andere Gesellschaft völlig farblos, leer und unsinnig, wenn nicht schon während dieses Prozesses ein sehr intensives Lebensgefühl und eine Lebenspraxis/-weise existiert, mit der mensch sich über die alten Normen hinwegsetzt.
Ein revolutionären Umbau der Gesellschaft beginnt daher nicht erst mit der Zerschlagung des alten Machtgefüges, sondern der Weg dorthin ist schon Teil dieses Prozesses.
Kollektivität ist dabei die Triebfeder jedes revolutionären Handelns.

Was bedeutet "kulturfähig"?
Die alte Ordnung anzugreifen und in Frage zu stellen hat zur Bedingung, über Alternativen für eine neue Gesellschaft zu verfügen. Alternativen, die jeden Bereich der alten Gesellschaft umfassen und wirkliche Perspektiven aufweisen. Eine Bewegung,die eine solch umfassende Perspektive nicht bieten kann und nicht die fundamentale Änderung der gesamten bestehenden Herrschaft zum Ziel hat, kann nicht revolutionär sein.
Sie erschöpft sich entweder als ein-Punkt-Bewegung im Kampf für die Durchsetzung nur eines bestimmten Zieles und ist damit ihrem Wesen nach reformistisch.
Oder sie kämpft für die Vorrechte nur einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe und degradiert sich damit zu einer Interessenvertretung, die entweder auch auf reformistischen Pfaden wandert oder als abgehobene Elitegruppe ihre Wahrheit sucht oder gefunden hat.
Oder sie fegt nur ab und an als Strohfeuer durch die politische Auseinandersetzung und verkommt ohne Kontinuität im Kampf und übergreifendem Theorieansatz zum niveaulosen Spielball der etablierten beziehungsweise reformistischen Politiker/innen.
Unerheblich ist dabei, mit welcher Radikalität der Kampf geführt wird. Radikalität allein ist noch kein revolutionären Inhalt. Unerheblich ist dabei auch, wie sich Menschen und Gruppen, die in einer solchen Auseinandersetzung stehen, selbst sehen, ob sie in ihrem äußeren Erscheinungsbild von der Norm abweichen oder wie tiefgründig sich ihre Theorien anhören.
Eine Bewegung, die nicht alle gesellschaftlichen Vorgänge als Gesamtheit begreift, wandelt ideologisch immer noch auf den Pfaden der alten Gesellschaft.

Die revolutionäre Aktion orientiert auf die Entwicklung einer gesamtgesellschaftlichen Perspektive.