Die Zeit ist ein „sonderbar Ding“, singt die Feldmarschallin im „Rosenkavalier“, man merkt sie entweder gar nicht, oder aber man merkt nichts als sie.
Doch was so schwer ist, muss man leichtnehmen: Im Leben gerät man in die Tragödie hinein und kämpft sich zur Komödie durch. Davon handelt die schönste musikalische Komödie neben der Mozart’schen „Hochzeit des Figaro“, auf die der „Rosenkavalier“ immer wieder Bezug nimmt.
Konzert in Deutschland
Weil Strauss Männerstimmen nicht wirklich schätzte, ließ er den Octavian von einem Mezzosopran singen und ermöglichte so sich und uns die sinnlichsten Frauenduette der Musikgeschichte. Letztere musste übrigens umgeschrieben werden: Die Regel „Je neuer, desto dissonanter“ gönnte sich mit dem Rosenkavalier, der in Terzen schwelgend Walzer tanzt, eine Pause. Wiener Walzer in einer Handlung aus dem 18. Jahrhundert! Wieder so eine anachronistische Laune des Komponisten.
Ein „sonderbar Ding“ ist eben auch die Historie, wunderbar hingegen ist diese Oper. Man lernt fürs Leben daraus.
Konzert im Festspielhaus Baden-Baden
27. März 2015, 18 h
Strauss: Der Rosenkavalier
Berliner Philharmoniker & Sir Simon Rattle
Der Rosenkavalier op. 59
Komödie für Musik in drei Aufzügen von Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss
Deutsche und englische Übertitel
Aufführungsende: ca. 22 Uhr
Karten erhältlich von 109 € bis 350 €


Sir Simon Rattle in seinem Element. © Monika Rittershaus