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Der Deutsche Kulturrat

Berlin - Menschenrechte und Kunstfreiheit sind nicht verhandelbar - Abbruch der Ausstellung „Kunst der Aufklärung“ in Peking wohl nur schwer zu umgehen

Berlin, - Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, appelliert noch einmal dringlich an die Bundesregierung sowie die Mitglieder des Deutschen Bundestags in ihrem Einsatz für die sofortige und bedingungslose Freilassung des Künstlers Ai Weiwei und seiner Mitarbeiter nicht nachzulassen.

Der Deutsche Kulturrat begrüßt die bisherigen Bemühungen der deutschen Politik und fordert den weiteren unnachgiebigen Einsatz für die Freilassung von Ai Weiwei. Gerade Diktaturen setzen oftmals auf Zeit und das schnelle Vergessen in der Medienwelt.

Darüber hinaus muss die Frage nach den Prioritäten in der auswärtigen Kulturpolitik gestellt werden. Es ist dringend notwendig, dass Deutschland auch in diktatorischen Staaten kulturell präsent ist und den Dialog mit den Künstlern sucht.

Die Goethe Institute sind hier mit ihrer Vermittlungsarbeit unersetzbar. Aber auch andere Partner der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik, wie z.B. das Institut für Auslandsbeziehungen, leisten eine sehr wertvolle und wichtige Arbeit, wenn sie beispielsweise Arbeiten ausländischer Künstler in Deutschland zeigen.

Gerade der Künstleraustausch bietet hervorragende Möglichkeiten, um für Kunstfreiheit, Menschenrechte und Demokratie einzutreten.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: „Es stellt sich die Frage, ob Großausstellungen wie z.B. die „Kunst der Aufklärung“ tatsächlich das beste Instrument sind, um für unsere Werte von Kunstfreiheit und Menschenrechten in Diktaturen einzutreten.

Bereits im Vorfeld der Ausstellung hat die chinesische Regierung mit der Verweigerung eines Visums für den Sinologen Tilman Spengler deutlich gemacht, woher der Wind weht. Es ist dringend notwendig, jetzt ein deutliches Signal zu setzen und der chinesischen Staatsführung zu zeigen, dass Menschenrechte und Kunstfreiheit für uns nicht verhandelbar sind.

Sollten Ai Weiwei und seine Mitarbeiter nicht in kürzester Frist freigelassen werden, ist der Abbruch der Ausstellung „Kunst der Aufklärung“ wohl nur schwer zu umgehen.“


* Lesen Sie auch unsere Pressemitteilung „China/Deutschland: Mehr Künstleraustausch statt staatlichem Kulturaustausch“ vom 11.04.2011, abrufbar unter: http://www.kulturrat.de/detail.php?detail=2023&rubrik=2


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