Ingmar Bergman zählt zu den bedeutendsten Regisseuren der Filmgeschichte. Als er 2007 starb, hinterließ er neben Arbeiten für Theater und Fernsehen fast 40 Kinofilme. Sie sind auf der diesjährigen Berlinale in einer Retrospektive zu sehen.
Materialien dazu sowie persönliche Dokumente zeigt die Ausstellung "Von Lüge und Wahrheit" im Berliner Filmmuseum.
Für die Ausstellung haben die Ingmar Bergman Foundation und das Svenska Filminstitutet ihre Archive geöffnet. Dadurch kann die Deutsche Kinemathek zum ersten Mal zahlreiche persönliche Dokumente und Arbeitsmaterialien aus Bergmans Nachlass präsentieren.
Die Ausstellung der Deutschen Kinemathek greife damit auf ganz einzigartige Zeugnisse eines großen Künstlerlebens zurück, freute sich Kulturstaatsminister Bernd Neumann.
In seiner Rede zur Eröffnung der Schau würdigte er den schwedischen Regisseur als "Magier der bewegten Bilder" und erinnerte an Bergmans besondere Beziehung zu Deutschland.
"Bester Filmregisseur aller Zeiten"
Ingmar Bergman hat zwischen 1976 und 1985 in Deutschland gelebt und gearbeitet. Zu dieser Zeit war er ein bereits gefeierter Theater- und Filmregisseur.
1956 war ihm mit "Das Lächeln einer Sommernacht" der Durchbruch gelungen. Zwei Jahre später wurde "Wilde Erdbeeren" mit dem Goldenen Bären, "Die Jungfrauenquelle" 1960 sogar mit dem Oscar ausgezeichnet.
Die 1973 gedrehten "Szenen einer Ehe" sorgten international für großes Aufsehen. Es folgten Filme wie "Das Schlangenei" (1977) oder "Fanny und Alexander" (1982).
Sie machten Bergman für eine ganze Reihe von Regisseuren wie Woody Allen, Ang Lee oder Lars von Trier zu einem Vorbild. 1997 wurde er von seinen Kollegen bei den Filmfestspielen in Cannes als "Bester Filmregisseur aller Zeiten" geehrt.
Ingmar Bergman in Texten und Bildern
Erste Bergman-Ausstellung in Deutschland
Entstanden ist Bergmans umfangreiches Werk in fast siebzig Jahren. Die Ausstellung im Berliner Filmmuseum fächert seine verschiedenen Phasen und zentralen Motive chronologisch geordnet auf. Dabei geht sie auch der Frage nach, wie und in welcher Form Bergmans eigenes Erleben in sein künstlerisches Werk eingeflossen ist.
Zu sehen sind Drehbücher, Fotos, Skizzen, Arbeits- und Tagebücher sowie Briefe. Werk- und Szenenfotos, Architektur- und Kostümentwürfe, Requisiten, Setmodelle sowie zwanzig Originalkostüme dokumentieren das Werk des Film- und Theaterregisseurs. Gezeigt werden außerdem zahlreiche Filmausschnitte sowie mediale Installationen, die unter anderem auch unbekannte Aufnahmen von den Dreharbeiten zu vielen Filmen Bergmans zeigen.
Die Ausstellung ist die weltweit erste Ausstellung zum Gesamtwerk Ingmar Bergmans. In etwas kleinerer Form war sie bereits in Los Angeles in der American Film Academy zu sehen, die auch an der Konzeption der Schau mitgewirkt hat.
Auftakt der Berlinale-Retrospektive
Die Ausstellung ist Auftakt der Berlinale-Retrospektive, die in diesem Jahr ganz dem Filmregisseur Bergman gewidmet ist. Gezeigt werden alle Kinofilme Bergmans sowie Beispiele seiner Arbeit als Drehbuchautor. Hinzu kommen Dokumentationen des schwedischen Filmemachers und Bergman-Kenners Stig Björkman, der Bergman sowohl vor als auch hinter der Kamera porträtiert hat.
Vom Bund gefördert
Die Ausstellung wurde mit Mitteln aus dem Haushalt des Kulturstaatsministers in Höhe von 70.000 Euro gefördert. Die Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen in Berlin ist eine ebenfalls vom Kulturstaatsminister geförderte Einrichtung.
Kulturstaatsminister Bernd Neumann eröffnet Ingmar-Bergman-Ausstellung als Auftakt zur Berlinale-Retrospektive
http://www.bundesregierung.de/...
Quelle:
http://www.bundesregierung.de/...

