Was bei den Arbeiten der neuesten Werkgruppe von Tomomi Morishima (geb. 1984 in Paris und aufgewachsen in Hiroshima) sofort ins Auge fällt, ist die starke Farbigkeit und der Wechsel von Farbflächen und Leerräumen.
Einige Bilder lassen noch deutliche architektonische oder botanische Strukturen erkennen, andere hingegeben lösen sich fast vollständig in einen abstrakten Farbraum auf bzw. behalten nur eine zentrale Figur als gegenstä...ndlichen Bezugspunkt bei.
Dabei verwendet Morishima häufig die klassische Repoussoir-Figur in Rückansicht, die den Betrachter ins Bild hineinziehen soll bzw. seine Identifikation mit der dargestellten Figur erleichtert.
Morishima sagt dazu: „Es ist immer mein größter Ehrgeiz ein Bild zu schaffen, in dessen Bildraum der Betrachter hineintreten und darin spazieren gehen kann.“
Morishima arbeitet mit positiven und negativen Formen. Sein Bildraum ist aufgebaut aus einem Geflecht von Farbflecken und Leerstellen, die sich überlagern und durchdringen und insgesamt eine sehr leichte und spielerische Wirkung haben.
Seine Bilder wirken nahezu luftig, leicht und damit offen. Wie beim fotografische Verfahren der Mehrfachbelichtung überlagern sich die unterschiedlichen Ebenen im Bild, Gegenstände werden transparent, Vorder- und Hintergrund beginnen sich zu vereinen, wodurch letztendlich die Malerei selbst in den Vordergrund rückt.
Den nötigen Halt bekommen seine Bilder durch die scharfen Linien von architektonischen Formen oder den wenigen konkreten Figuren.
Um das Werk dieses jungen Malers umfassend zu präsentieren, zeigen wir auch die farblich sehr viel reduzierteren Bilder des Jahres 2009, die hauptsächlich von ihren Hell-Dunkel Kontrasten leben.
Das Verbindende dieser scheinbar sehr gegensätzlichen Werkgruppen ist der surreale Bildraum – ein Ort/Landschaft der nur im Bild existieren kann. Morishima meidet dabei das Narrative.
Es geht also nicht um bestimmte Geschichten oder konkrete Situationen, sondern Figur, Architektur und Landschaft sind nur Kompositionselemente, die einen größtmöglichen Interpretationsspielraum offen halten.
Eröffnung: Freitag, 06.05.2011, 18 - 21 Uhr
Ausstellungsdauer: 06.05. - 18.06.2011
GALERIE MARTIN MERTENS
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