Die Staatsbibliothek zu Berlin ist die größte Universalbibliothek Deutschlands. In diesem Jahr feiert sie ihr 350-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass präsentiert das Deutsche Historische Museum ausgewählte Schätze der Bibliothek in einer Ausstellung.
Die Präsentation lädt zu einem Blick auf Kostbarkeiten ein, die sonst nur selten die Tresore verlassen: die Gutenberg-Bibel aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, Mozarts Originalhandschrift der Oper "Le nozze di Figaro". Auch eine mehr als tausend Jahre alte Koranhandschrift, die in Syrien oder dem Irak entstanden ist, ist dabei.
Gedächtnis und Wissensspeicher
Es sind die wertvollsten Stücke eines Bestandes, der zu den größten im deutschen Sprachraum zählt. Mit 10,7 Millionen gedruckten Bänden, 130.000 Handschriften sowie mehr als 10 Millionen Mikromaterialien ist die "Stabi" die größte wissenschaftliche Universalbibliothek Deutschlands.
Ihre Sammlungen umfassen alle Wissenschaftsdisziplinen, Sprachen, Zeiten und Länder mit einem Schwerpunkt bei den Geistes- und Sozialwissenschaften. In spezialisierten Abteilungen betreuen die Mitarbeiter der Bibliothek außerdem zahlreiche Sondersammlungen, zum Beispiel zu den Rechtswissenschaften oder zur Orientalistik.
Dass die Staatsbibliothek dabei eine der reichsten Schatzkammern mit wertvollen Handschriften, Autographen, seltenen Drucken und handgezeichneten Karten beherbergt, wissen nur wenige.
Von der Churfürstlichen Bibliothek zur Stabi
Entstanden ist die Staatsbibliothek in 350 Jahren. Sie wurde 1661 als "Churfürstliche Bibliothek zu Cölln an der Spree" vom Großen Kurfürsten gegründet. 1701 wurde sie von Friedrich I. in "Königliche Bibliothek zu Berlin" umbenannt. Untergebracht war sie zunächst im Apothekerflügel des Berliner Stadtschlosses. Bis 1913 war dann die "Kommode" am früheren Opernplatz Standort der rasch wachsenden Bestände. 1914 zog die Bibliothek in das Gebäude Unter den Linden ein, das im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt wurde.
Bibliothek mit großer Vergangenheit
Standorte in Ost und West
Im Zuge der Teilung Deutschlands entstanden zwei eigenständige Nachfolgeinstitutionen der Preußischen Staatsbibliothek: in Ost-Berlin die Deutsche Staatsbibliothek, in West-Berlin die Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz. Sie erhielt mit dem Neubau von Hans Scharoun 1978 einen neuen Standort auf dem "Kulturforum" an der Potsdamer Straße.
Nach der Wiedervereinigung wurden 1992 beide Standorte zu einer Bibliothek in zwei Häusern zusammengeführt. Ihr Träger ist die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die vom Bund und allen Ländern getragen wird.
Eine Bibliothek in zwei Häusern
Mitte der neunziger Jahre entwickelte die Bibliothek das Konzept "Eine Bibliothek in zwei Häusern". Dabei soll das Haus Unter den Linden zur historischen Forschungsbibliothek ausgebaut werden. Es wird außerdem die Sonderabteilungen für Handschriften, Musik, Karten, Kinder- und Jugendbücher sowie Zeitungen beherbergen.
Eine Forschungsbibliothek der Moderne ist im Haus an der Potsdamer Straße vorgesehen. Die regionalspezifischen Sonderabteilungen für Literatur und andere Materialien aus Osteuropa, Ostasien und dem Orient sollen an diesem Standort bleiben.
Wissen für die Zukunft sichern
Um dieses Konzept verwirklichen und eine Erfüllung der Bibliotheksaufgaben auch zukünftig gewährleisten zu können, werden beide Häuser zurzeit umfangreich saniert und umgebaut. Im Haus Unter den Linden entstehen neue Tresormagazine, ein neuer Lesesaal, ein Freihandmagazin sowie ein Bibliotheksmuseum. Die Generalsanierung finanziert der Bund mit rund 378 Millionen Euro.
Rund 88 Millionen Euro kostet den Bund die Sanierung des Gebäudes an der Potsdamer Straße. Außerdem errichtet die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Friedrichshagen ein neues Magazingebäude, das der Bund ebenfalls mitfinanziert.
Quelle:
http://www.bundesregierung.de/...


Foto: Jörg F. Müller/Staatsbibliothek zu Berlin