Als erste Ausstellung im Deutsche Guggenheim die sie sich ausschließlich aktuellen Positionen aus Indien widmet, vereint Being Singular Plural eine Gruppe von jungen sowie etablierten Künstlern und Filmemachern, die einige der innovativsten Positionen der indischen Gegenwartskunst repräsentieren: Sonal Jain und Mriganka Madhukaillya vom Desire Machine Collective, Shumona Goel, Shai Heredia, Amar Kanwar und Kabir Mohanty.
Während jüngere internationale Ausstellungen indischer Gegenwartskunst sich im Hinblick auf den Wirtschaftsboom und florierenden Kunstmarkt des Landes zumeist auf die Medien Malerei, Skulptur, Fotografie und Installation fokussieren, verfolgt Being Singular Plural ein anderes Ziel. Die von Sandhini Poddar, Assistant Curator für asiatische Kunst des Solomon R. Guggenheim Museum, kuratierte Schau widmet sich Künstlerfilmen aus einem Land, das mit der gigantischen Unterhaltungsindustrie Bollywood dabei ist, die Vorherrschaft Hollywoods zu brechen und mit der Anzahl seiner Jahresproduktionen weltweit führend ist.
Sämtliche der in Being Singular Plural vertretenen Künstler arbeiteten ursprünglich für das Kino. Sie verwenden Film und Video, um komplexe politische und ästhetische Statements zu formulieren, die kinematografische Strategien, Methoden, Formate und Inhalte des konventionellen Kinos und der globalen Medienindustrie kritisch infrage stellen. Dem Streben nach einem fertigen Endprodukt stehen individuelle Arbeitsweisen gegenüber, die von den Prinzipien Praxis, Prozess und Perzeption bestimmt sind. Die Entwicklung alternativer Erzählweisen ist hierbei ebenso entscheidend, wie die Untersuchung der Wechselbeziehungen zwischen Leben und bewegten Bild.
Im Mittelpunkt des Ausstellungskonzepts steht die Idee des 'Singulär Plural Seins', die der Philosoph Jean Luc Nancy formuliert hat. Ihm zufolge kann das Individuum nicht außerhalb seiner sozialen Zusammenhänge gedacht werden. Ausgehend von der Vorstellung, dass alles Sein miteinander verbunden ist, fordern die ausgewählten Filme und Videos den Besucher auf, eingefahrene Sichtweisen zu hinterfragen und die klassischen Kategorisierungen von Fakt und Fiktion, Kunst und Film, Objektivität und Subjektivität neu zu reflektieren.
Durch den experimentellen Einsatz von Bildern, Tönen und Texten soll der Betrachter aktiv in den Kunstprozess einbezogen und von einer passiven Rolle in den Zustand des 'Wir', des 'Zusammenseins' versetzt werden. Die heterogenen Bilder und Sichtweisen, die durch die Ausstellung vermittelt werden, zeugen zugleich von den lebendigen Diskussionen und Debatten über die Medien Film und Video und veranschaulichen die große kulturelle, intellektuelle und künstlerische Vielfalt Indiens.
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