Gesellschaft Freunde der Künste

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Beerdigt! Michael Kaufmann und „noch“ kein Ende

„Nach Aussage des Kuratoriums hat der Intendant Michael Kaufmann kein Minus sondern sogar ein Plus erwirtschaftet.“ Die Wellen um den entlassenen Intendanten Michael Kaufmann schlagen immer höher.

In der letzten Woche beschäftigten sich gleich die Westdeutsche Zeitung, die NRZ, die Rheinische Post und auch die FAZ erneut mit dem Fall. Wie die RP berichtete räumten nun die Vertreter der Stadt Essen ein, dass sie nicht alle Gesprächsmöglichkeiten vor der Entlassung Kaufmanns genutzt habe.

Diese Erkenntnis kommt leider nun zu spät, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass der Fall immer kurioser wird.

Daniel Reinhard teilte im Auftrag des Kuratoriums – Vorsitzenden Michael Mitscherlich letzte Woche mit, dass das ominöse Minus nicht auf Michael Kaufmann zurückgehe. Ganz im Gegenteil: der habe in der von ihm zu verantwortenden Bereichen sogar eine „Überdeckung“, ein Plus von 700.000 € erzielt. Zu den Geschäftsbereichen zählt Reinhard sowohl die Honorare und Reisekosten für Künstler wie die Kosten für Werbung und Dienstreisen, bei denen  Kaufmann nach städtischen Angaben (Oliver Scheytt) besonders großzügig vorgegangen sein soll. Kaufmann habe das städtische Budget zwar überzogen, bestätigte Reinhard, die Mehrausgaben durch Spenden und Sponsoring aber auffangen können, so die NRZ.

Das Defizit der Philharmonie sei durch Quersubventionen, Fehlbuchungen und Fehlplanungen innerhalb der TuP aufgelaufen, namentlich durch den ehemaligen Geschäftsführer Ottmar Herren.

Eine von wem auch immer engagierte Düsseldorfer Wirtschaftsprüfungs-gesellschaft sieht das anders. Kaufmann habe zwar die zum Teil zu hoch geschätzten Einnahmen (für die Schätzung war er aber nicht verantwortlich) durch Spenden aufgefangen, bei den Aufwendungen aber so deutlich über den Plansätzen gelegen, dass am Ende ein dickes Minus stand.

Hier stellt sich die interessante Frage: wer hat die Düsseldorfer Wirtschaftsprüfer engagiert und zu was für ein Ergebnis sollten sie kommen, um die Entlassung von Michael Kaufmann zur rechtfertigen.

Das von Seiten der Stadt Essen namentlich durch deren Kulturdezernenten Oliver Scheytt versucht wird die Presse zu instrumentalisieren, um die Entlassung zu rechtfertigen, darüber haben wir letzte Woche berichtet.

Hierzu passt auch die Nachricht, in der Westdeutschen Zeitung vom Freitag 7. November 2008 in der nun behauptet wurde, Kaufmann habe jetzt sogar ein Defizit von 1,7 Mio € zu verantworten. Am gleichen Tag teilte die dpa mit, dass am 13. November 2008 ein Nachfolger für Michael Kaufmann gewählt wird.

Hier will man wohl endgültig Nägel mit Köpfen machen. Aber dazu sei gesagt, dass der Unmut der Kulturszene nicht aus der Welt zu schaffen ist. Den Umgang, die Art und Weise, wie man mit Michael Kaufmann umgegangen ist, wird man der Stadt wie auch Herrn Oliver Scheytt nicht vergessen.

 

GFDK 9. November 2008