Gesellschaft Freunde der Künste

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"Jugend – heißt Rache"

Baumeister Solness - von Henrik Ibsen am Schauspielhaus Hamburg

»Jugend – heißt Rache. Sie marschiert an der Spitze einer Armee, die alles umstürzen will, und schwenkt eine neue Fahne.«
HENRIK IBSEN, BAUMEISTER SOLNNESS

Ein Brand steht am Beginn der Karriere von Halvard Solness. Der Brand vernichtet das Elternhaus seiner Frau und schafft so Platz für neue Bauten des erfolgs- und lebenshungrigen Baumeisters. Seine beiden nur wenige Wochen alten Söhne sterben bald darauf.

 Solness ist als Architekt so erfolgreich, dass er seinen ehemaligen Chef verdrängt und zu seinem Angestellten macht. Dessen Sohn Ragnar hält er in fast leibeigener Abhängigkeit als Zeichner, obwohl – oder weil – er sein Talent zum Baumeister erkannt hat. »Platz gemacht, mach Platz! Mach Platz!« gellt es in seinen Ohren – Solness fürchtet die Rache einer Jugend, die ihn vernichten will, so wie er in seiner Jugend Träume und Existenzen vernichtete.

 Plötzlich steht sie vor der Tür, die Jugend, in Gestalt von Hilde Wangel, und dringt mit aller Macht in sein Leben ein. Vor zehn Jahren war Solness oben an den Fjorden einem Kind begegnet, Hilde Wangel, einer Prinzessin, die er begehrte, der er ein Königreich versprach. Dieses Kind verlangt nun als junge Frau die Einlösung des Versprechens.

 Berauscht voneinander entwerfen beide die Vision eines neuen Lebens, aber aus dem gemeinsamen Höhenflug wird ein Sturz in den Abgrund. Ibsens Stück »Baumeister Solness« zeigt eine abgestorbene Welt: in Profitstreben untergegangene Träume, verkümmerte Seelen, gekrümmte Körper. Eine Gesellschaft, in der die Schulden der Vergangenheit jegliches Zukunftsdenken unmöglich gemacht haben. Worte wie Liebe, Zuneigung, Vertrauen, Loyalität sind zu leeren Floskeln geworden.

 Den Menschen graut vor dem Glück, und dennoch sehnen sie es zitternd herbei. Ibsens 1892 uraufgeführtes Stück ist eines seiner großen, späten Dramen, in denen er sich zunehmend gesellschaftskritischen Themen widmet und die Lebenslügen eines kränkelnden Bürgertums aufdeckt – mit unnachgiebiger Schärfe und Genauigkeit.

PREMIERE 17. September 2009
Schauspielhaus       

Regie Martin Kušej
Bühne Martin Zehetgruber
Kostüme Heide Kastler
Dramaturgie Anna Heesen, Eva-Maria Voigtländer
Licht Annette Ter Meulen
Mit Ute Hannig, Marek Harloff, Julia Nachtmann, Martin Pawlowsky, Katharina Schmidt, Samuel Weiss, Werner Wölbern

Weitere Termine:
20.09.2009, 20:00 Uhr
25.09.2009, 20:00 Uhr
30.09.2009, 20:00 Uhr
06.10.2009, 20:00 Uhr
10.10.2009, 20:00 Uhr
21.10.2009, 20:00 Uhr

http://www.schauspielhaus.de/spielplan