Gesellschaft Freunde der Künste

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Bis zum 10. Oktober 2010

Bandoneon Festival 2010 in Krefeld – Sechs Konzerte in der Fabrik Heeder und auf Burg Linn

Das neunte Bandoneon Festival in Krefeld startet am Samstag, 25. September, im Kulturzentrum Fabrik Heeder mit einem Auftritt des Duos Juanjo Mosalini und Vicente Bögeholz. Bis zum 10. Oktober finden fünf weitere Konzerte statt.

Der Kartenvorverkauf beginnt am Montag, 13. September, ab 10 Uhr im Kulturbüro der Stadt Krefeld, Friedrich-Ebert-Straße 42. Telefonische Reservierungen werden unter 02151 583611 entgegengenommen.

Die Karten kosten jeweils 13 Euro und ermäßigt acht Euro. Das Faltblatt zum Bandoneon Festival wird in Kürze in den Kulturinstituten, den Rathäusern und Bezirksverwaltungsstellen ausliegen.


Das Programm beginnt am Samstag, 25. September, ab 20 Uhr in der Fabrik Heeder, Virchowstraße 130, Studiobühne II, mit Juanjo Mosalini und Vicente Bögeholz. In den Musikern und auch den Instrumenten des Duos spiegeln sich die kulturellen Verbindungen zwischen Europa und Südamerika wider.

Der Argentinier Juanjo Mosalini und der Chilene Vicente Bögeholz fanden im Jahr 2000 als Duo zusammen. Ausgangspunkt ihres Repertoires bildeten der klassische Tango und der „tango nuevo“. Doch entspricht es der Vielseitigkeit der Musiker, dass sie für den Klangraum ihrer Besetzung auch neue und andere Horizonte suchen und ein reger Dialog mit zeitgenössischen Komponisten ihr Repertoire ständig erweitert.


Erneut ist der grandiose Bandoneonist Michael Zisman am Mittwoch, 29. September, ab 20 Uhr im Rittersaal der Burg Linn in Krefeld zu hören. Der 1982 geborene Musiker trat bereits im Alter von elf Jahren auf.

Er studierte Bandoneon bei Nestor Marconi und Komposition bei Juan C. Cirigliano in Buenos Aires und wurde weiter ausgebildet an der Swiss Jazz School in Improvisation, Komposition und Arrangement.

Sein neuestes Projekt führt ihn mit der jungen Cellistin Annapaola Jacomella zusammen, die mit sieben Jahren ihren ersten Cellounterricht erhielt und im Oktober 2000 das Studium an der Musikhochschule in Basel begann.

Sie ist vielfache Preisträgerin verschiedener Musikwettbewerbe in der Schweiz. Die beiden jungen Musiker werden Werke für Bandoneon und Cello von Piazzolla, Kompositionen von Michael Zisman für diese Besetzung und auch Tangos im Arrangement von Michael Zisman vorstellen.


Vor zwei Jahren konnte das Publikum das zwölfköpfige Orchester Ciudad Baigon auf seiner begeisternden ersten Europa-Tournee erleben. Am Montag, 4. Oktober, spielen sie ab 20 Uhr in der Fabrik Heeder, Studiobühne I. In ihrer Formation zeigen sich die jungen Musiker bodenständig als klassisches „gran orquesta típica“ mit vier Bandoneons, drei Violinen, Bratsche, Violoncello, Kontrabass, Klavier und Gesang.

In ihrer Musik begnügen sie sich nicht mit perfektem Kopieren der alten Tango-Meister, sondern sie suchen die Sprache des Tangos von heute zu spiegeln, dies in klassischen Arrangements und eigenen Kompositionen und versuchen, den Tango als populäre Musik in Argentinien am Leben zu erhalten.


Weiter geht das Programm am Mittwoch, 6. Oktober, ab 20 Uhr auf der Studiobühne II der Fabrik Heeder mit dem Duo Tolga Salman und Orcun Orcunsel. Der Türke Tolga Salman hat eine klassische Musikausbildung als Geiger in der Türkei und Deutschland abgeschlossen.

Sein Interesse galt aber schon immer auch der „nicht-klassischen“ Musik, im Besonderen den südamerikanischen Konzert-Tangos Argentiniens und Uruguays. Der Wechsel von der Geige zum diatonischen Bandoneon besiegelte seine Leidenschaft für den Tango. Er suchte früh die Begegnung mit Musikern wie Dino Saluzzi oder Hector Ulises Passarella.

Die Basis seines breiten Repertoires bilden Werke von Komponisten der modernen Tangomusik wie Piazzolla und Saluzzi. Sein Partner heute am Klavier ist Orcun Orcunsel. Sie präsentieren ein Programm mit Werken Piazzollas.


Ein Bandoneonist aus Buenos Aires, ein Pianist aus Montevideo, daraus ergibt sich natürlicherweise ein Repertoire aus Tangos, kreolischen Walzern und Milongas vom Rio de La Plata. René Garcia ist mit 80 Jahren einer der letzten Vertreter der „Guardia Vieja“, der alten Garde des Tangos. Schon als Elfjähriger studierte er an der Akademie Bandoneon und Gitarre.

Später spielte er bei Musikproduktionen für den Rundfunk und das Fernsehen und konzertiert bis heute in Lateinamerika und Europa. Mehr als eine Generation jünger ist Martin Gramajo aus Uruguay.

Neben seiner Tätigkeit als klassischer Pianist spielt und arrangiert er in verschiedenen Ensembles der populären Musik des La Plata-Gebietes. Seit 2005 arbeiten René Garcia und Martin Gramajo zusammen. Sie treten am Freitag, 8. Oktober, ab 20 Uhr im Rittersaal der Burg Linn auf.


Zum Abschluss präsentiert sich am Sonntag, 10. Oktober, ab 20 Uhr das Marcelo Nisinman Trio im Rittersaal der Burg Linn. Marcelo Nisinman ist ein international geschätzter Komponist und Bandoneonist.

Seine Musik beinhaltet ein neues, weit gefächertes und originelles Spektrum, das seinen Ursprung in Buenos Aires hat. Sein gegenwärtiger Musikstil bricht auf eine eigene und provokative Art mit den traditionellen „Regeln“ der so genannten „Musica Portena“.

Er komponiert Solostücke bis hin zu Kammer- und Sinfonische Musik. Kurz nach seinem Auftritt in Krefeld wird er nach Buenos Aires fliegen, um dort im restaurierten Teatro Colon zu spielen. Im Rittersaal wird er von Diana Ketler am Klavier und Winfried Holzenkamp am Kontrabass begleitet.


Mit dem diesjährigen Festival fallen auch zwei Jubiläen zusammen: Vor 150 Jahren starb Heinrich Band, der das Bandoneon in Krefeld entwickelt hat, und vor 200 Jahren sagte sich Argentinien als Kolonie von Spanien los.

Das Bandoneon wurde in Deutschland entwickelt, gelangte mit Auswanderern nach Argentinien und wurde dort zum Inbegriff des Tangos. Die Gitarre kam im Gepäck der spanischen Eroberer nach Südamerika und verlieh der lateinamerikanischen Musik eine entscheidende Prägung.

www.krefeld.de