Deftige Balkankomödie über einen Priester, der mit unkonventionellen Methoden für mehr Nachwuchs auf einer kroatischen Insel sorgt. Schwarzer, manchmal etwas grenzwertiger Humor, absurde und überdrehte Situationen, kraftvolle Sprüche und dröhnende Musik auf die Ohren, diese Zutaten der typischen Balkankomödie mischt Vinko Bresan zu einem pikanten Potpourrie. Kirche und Sexualität, diese unendliche Geschichte zweier Gegensätze, inszeniert er nicht als Klatsche für katholische Moral, sondern spinnt ein unterhaltendes Histörchen, in dem der Priester nicht der verkniffene Gottesdiener ist, sondern ein sympathischer und einfallsreicher Hirte, der seinen widerborstigen Schäfchen zu mehr Kindern verhelfen will.
Der junge Geistliche sorgt sich um die niedrige Geburtenrate auf der kleinen dalmatischen Insel. Mehr Begräbnisse als Taufen in der Gemeinde, das geht ihm gegen den Strich. Da fromme Ermahnungen verpuffen, greift er bald zu rabiateren Methoden. Vor dem Kondomverkauf am Kiosk wird im Akkord mit der Nadel in die Verhüterli gepiekt, in der Apotheke gibt's bald Vitamine statt Antibaby-Pille und in neun Monaten im Dorf viel Babygeschrei.
Das hört sich nicht nur nach Klamauk an, ist auch Klamauk. Aber einer von der liebenswerten Sorte, der es in manchen Momenten so richtig schön menscheln lässt. Kresimir Mikic ist als göttlicher Stellvertreter zwar kein Don Camillo und die Dorfhonoratioren sind keine Figuren à la Peppone, aber die Ankurbelung des Kindersegens unterhält durch schlitzohrige und hintersinnige Komik. Bresan haut beim Sägen an kirchlicher Autorität heftig auf den Putz, reißt nicht gerade subtile Witze und sein Frauenbild hat schon einigen Staub angesetzt (wobei die Männern auch nicht gerade durch Modernität auffallen).
Umrahmt wird das Geschehen von der Beichte des engagierten Seelsorgers, dem im Krankenbett die Sünden auf der Seele lasten und der oft direkt in die Kamera spricht, die ansonsten im Breitbildformat die Schönheit der Insel einfängt. Der entspannte Ton verändert sich zum dramatischen durch Themen wie Kindsmissbrauch durch einen Priester, Kindsaussetzung nach der Geburt oder dem Ansturm von ungewollt kinderlosen Paaren auf die Insel, die verzweifelt auf Nachwuchs hoffen. Da knirscht es im dramaturgischen Getriebe, geht die Leichtigkeit etwas flöten. mk.
Kinostart: 08.07.2014
Quelle: kino.de


Komödie um einen unkonventionellen Priester, der die Geburtenrate in seiner Gemeinde steigern will. © Neue Visionen

