Im Rahmen der „Kissinger Osterklänge“ kommt am 24. April das Theater Hof mit Thomas Schindlers Inszenierung der Erzählung „Der Fall Judas – Eine Verteidigungsrede“ von Walter Jens nach Bad Kissingen.
Das Ein-Personen-Stück, besetzt mit Peter Kampschulte, ist am Gründonnerstagabend um 19.30 Uhr in der evangelischen Erlöserkirche zu sehen. Es ist seit Jahren eine der erfolgreichsten Studio-Produktionen des Hofer Theaters.
Für das Gastspiel in Bad Kissingen sind mit einer Kirche und dem Vorabend des Karfreitags Ort und Zeit der Aufführung nahezu ideal gewählt: Die Fragen, die Jens in seinem 1975 erschienenen fiktiven Bericht reflektiert, stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Geschehen, an das die christlichen Gemeinden sich am folgenden Tag erinnernals Voraussetzung für die Auferstehung.
Leiden und Tod Christi als Voraussetzung für die Auferstehung.
„Ohne Judas kein Kreuz, ohne Kreuz keine Erfüllung des Heilsplans“, ist das Resümee, das sich aus den Beratungen in der ersten Instanz eines Prozesses ergibt, dessen Anliegen unerhört scheint:
Der Franziskanerpater Berthold B. hatte 1960 beim Lateinischen Patriarchen von Jerusalem den Antrag gestellt, das Verfahren einzuleiten, Judas als „ersten Martyrer der Christenheit“, als jemanden, „der Jesus Christus bis zum Tod die Treue hielt“, seligsprechen zu lassen.
Das von Jens erfundene Exzerpt aus den Akten der Verhandlung, das dem Kardinalreferenten für die zweite Instanz überstellt wird, ist ein hoch interessantes, komplexes Gebäude aus religiösen und philosophischen Gedanken. Was war der Beweggrund für Judas, seinen Herrn zu verraten?
Hat er die Schande bewusst auf sich genommen? War er nur ein Verräter? Drei mögliche theologische Grundmodelle beschäftigen die Kommission: War Jesus das Opfer des Judas? War Judas das Opfer Jesu? Oder waren beide Opfer des göttlichen Heilsplans?
Zu Wort kommen Verfahrensbeteiligte, die den Fall aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Walter Jens bewertet ihn in seinem Nachwort als einen „Fall all jener anderen, die auf den Gezeichneten am Kreuz verweisen“.
Ein Abend, an dem die Zuschauer keine leicht verdaulich formulierten Antworten zu schwierigen theologischen Problemen bekommen, dafür aber mit der Anregung in die Osterfeiertage gehen, die Gestalt des Judas und seine Rolle in der Passion neu zu betrachten.
„Die Akten sind offen“, schreibt Walter Jens.
Eintrittskarten sind erhältlich in der Kur- und Tourist-Information, im Alten
Rathaus, in der Tourist-Information im Arkadenbau und unter Telefon 0971
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oder per Email: kissingen-ticket@badkissingen.de
für die Staatsbad GmbH Christian Dijkstal
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Bad Kissingen - ein königliches Vergnügen
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