Alle zwei Jahre findet das internationale Bachfestival vor einzigartiger historischer Kulisse in Ansbach statt.
Bach – Wurzeln und Wirkungen. So könnte das Motto der Bachwoche Ansbach 2009 lauten. Natürlich steht, wie seit über sechzig Jahren, die Musik Johann Sebastian Bachs im Vordergrund. In rund vierzig Konzerten und anderen Veranstaltungen soll aber auch deutlich werden: woher schöpfte Bach seine Kunst – und wie wirkten er und seine Musik auf die Nachwelt?
In diesem Jahr denkt die Musikwelt zum Beispiel an Bachs nahen und doch so fernen Zeitgenossen Georg Friedrich Händel, der vor 250 Jahren starb. Oder an den vor 200 Jahren verstorbenen Joseph Haydn, der als Kapellknabe am Wiener Stephansdom sang, während Bach in Leipzig die Kunst der Fuge, das Musikalische Opfer und die h-Moll-Messe schrieb. Die Verdienste des in Haydns Todesjahr geborenen Felix Mendelssohn um Bach sind bekannt und sollen bei der Bachwoche noch vertieft werden.
Internationale Künstler wie Andrea Marcon und sein Venice Baroque Orchestra, die Pianistin Angela Hewitt, der großartige Bariton Christian Gerhaher sowie das ensemble armachord werden zu Gast sein, ebenso namhafte und seit langem bewährte Künstler wie der Windsbacher Knabenchor unter der Leitung von Karl-Friedrich Beringer, oder Helmuth Rilling, der fast auf den Tag genau vor 40 Jahren mit „seiner“ h-Moll-Messe bei der Bachwoche Ansbach debütierte. In drei Preisträgerkonzerten werden junge Künstler, vielleicht am Startpunkt einer großen Karriere, vorgestellt.
Auf fast 60 Jahre Geschichte kann die Bachwoche Ansbach inzwischen zurückblicken. Sie entstand sozusagen aus dem Nichts – aus den Trümmern und der tiefen seelischen Depression der ersten Nachkriegsjahre. Sie feierte 1947 ihre Geburtsstunde auf Schloss Pommersfelden und wurde von dort schon 1948 nach Ansbach umgesiedelt, weil in der mittelfränkischen Stadt weitaus bessere Aufführungsbedingungen für das Werk des Thomaskantors zu finden waren.
Am Anfang waren es vor allem der Münchener Kunsthändler Carl Weymar und der Cellist Ludwig Hoelscher, unterstützt von dem Dirigenten Ferdinand Leitner, die gemeinsam mit Künstlerfreunden das Programm auf die Beine stellten.
Schnell kamen prominente Gäste wie die Geiger Wolfgang Schneiderhan und Yehudi Menuhin, der Pianist Wilhelm Kempff, der Flötist Aurèle Nicolet, die Sänger Peter Pears und Dietrich Fischer-Dieskau hinzu, immer unterstützt von der Solistengemeinschaft der Bachwoche, die als Orchester das Rückgrat der Festwoche bildete. 1955 übernahm der Cembalist und Dirigent Karl Richter die künstlerische Leitung; inzwischen war aus der jährlichen Abfolge ein zweijähriger Turnus geworden.
1964 legte Karl Richter sein Amt nieder und stürzte die Bachwoche damit in eine schwere Krise. Rudolf Hetzer, Mitglied im „Verein der Freunde der Bachwoche“, der sich schon 1948 gegründet hatte und bis heute die wichtigste Stütze der Bachwoche darstellt, wurde neuer künstlerischer Leiter; die Stadt Ansbach übernahm die Trägerschaft der Bachwoche.
Nach einem erfolgreichen „Probelauf“ 1966 entwickelte sich die Bachwoche unter Hetzers inspirierender Leitung ab 1967 mit neuer Dynamik. Vermehrt kamen internationale Künstler und Ensembles wie Nathan Milstein, Mstislaw Rostropowitsch und Sir Neville Marriner, The English Consort und die London Baroque Soloists, womit auch die Vorstellungen der historischen Aufführungspraxis in Ansbach Einzug hielten.
Nachdem Hetzer 1979 aus Gesundheitsgründen sein Amt aufgeben musste, folgte ihm Hans Georg Schäfer, ein studierter Pianist und Komponist, der die Bachwoche fast 20 Jahre leitete. Er bezog auch die Bach-Söhne mit ein und und erweiterte das Spektrum der Komponisten über Bach hinaus von Monteverdi, Purcell und Schütz bis zu Hindemith, Lutoslawski und Arvo Pärt.
Zusätzlich zum zweijährigen Rhythmus wurde im Jahr 2000, zum 250. Todestag Bachs, eine weitere Bachwoche gefeiert, die wiederum allein dem Werk des Jubilars gewidmet war. Von 2001 bis 2005 übernahm Dr. Lotte Thaler die künstlerische Leitung. Sie setzte neue Akzente, indem sie thematische Schwerpunkte setzte („Bach und Strawinsky“), der Musik des 20. Jahrhunderts stärkeres Gewicht einräumte und die Bachwoche um neue Elemente wie die Bach-Sprechstunden, Kinder- und Jazzkonzert bereicherte.
Seit April 2006 leitet nun Dr. Andreas Bomba die Bachwoche.
Das gesamte Programm finden Sie auf www.bachwocheansbach.de
links und Quellen:
www.bayern.by/de/bachwoche-ansbach.html
www.dradio.de/dkultur/sendungen/konzert/996024
www.hr-online.de/website/radio/hr2/index.jsp?rubrik=5554...
www.frankenradar.de/events/bachwoche-ansbach
www.kleinkunst-konzert-kaffeeklatsch.de/.../index.php?...
www.schott-musik.de/.../show,22380,38212.html
www.muenchen.de/.../Bachwoche_Ansbach.html
www.ndrkultur.de/programm/radiotipps3100.html
www.dradio.de/dkultur/sendungen/konzert/996024/.../image_main


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