Das chinesische Jahrhundert ist angebrochen. Staunend beobachten wir den rasanten Umbau einer Gesellschaft unter den Vorzeichen eines bisher unbekannten kapitalistischen Staatssozialismus. Dabei berühren uns die enormen Umwälzungen in der Volksrepublik auch deshalb, weil China unser eigenes Selbstbild herausfordert, indem es uns mit Formen des Denkens und Handelns konfrontiert, für die uns häufig die Begriffe fehlen. Eine Begegnung mit China bietet deshalb die große Chance, nicht nur einen Einblick in eine fremde, sondern auch einen Außenblick auf die eigene Kultur zu erhalten.
Zur Eröffnung des neuen Spielorts CENTRAL in der Alten Paketpost (Worringer Str. 140) gebt das Düsseldorfer Schauspielhaus mit einem Autoren-Festival zum chinesischen Sprechtheater die Gelegenheit zu einer außergewöhnlichen Annäherung an China, ganz im Sinn der Geschichte des Ortes als internationaler Verkehrsknotenpunkt unmittelbar am Düsseldorfer Hauptbahnhof.
In Zusammenarbeit mit Goethe-Institut Peking, „Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung“, DCC - Düsseldorf China Center,
Folkwang Hochschule Essen.
Am 12.3.2009 findet die Uraufführung von Duo Duos Theaterstück "In die Mitte des Himmels" statt unter der Regie von Cao Kefei.
Der Autor Duo Duo ist einer der bekanntesten Lyriker Chinas. Ab 1989 lebte Duo Duo im westlichen Exil, wo er auch als Dramatiker tätig wurde. 2004 kehrte er nach China zurück. Erzählungen und Gedichte sind in viele Sprachen übersetzt. „In die Mitte des Himmels“ entstand als Auftragswerk für das Düsseldorfer Schauspielhaus und die Regisseurin Cao Kefei.
Zunächst scheint es ein ganz normaler Flug nach New York zu sein. Doch der Start der Maschine lässt auf sich warten. Unter den Reisenden entsteht ein eigentümliches Beziehungsgeflecht, der Mikrokosmos einer krisengeschüttelten Gesellschaft, die die Bodenhaftung verloren hat. Sehnsüchte, Ängste, Hoffnungen, Enttäuschungen brechen auf. Herr Zhao, ein wohlhabender Müßiggänger, ist auf der Suche nach der Erinnerung an eine verflossene Beziehung mit jener Schönheit, die neben ihm Platz genommen hat. Richard versucht sein Geschäftsleben zwischen den verschiedenen Kontinenten und Frauen auszubalancieren. Diana hat mit den jüngsten Verlusten ihrer Agentur ein solches Gleichgewicht völlig verloren und Xiao Ji ist auf der Flucht, ohne zu wissen, wovor. Man beschwert sich, man fügt sich, man rätselt, wie es weiter geht. Kollektive Protestversuche bleiben erfolglos. Mehr und mehr wird der Flug zu einer absurden Reise in eine andere Wirklichkeit.
Infos und Programm unter: www.duesseldorfer-schauspielhaus.de
Presse: www.derwesten.de/nachrichten/staedte/duesseldorf/2009/2/16/news-111399712/detail.html


© Sebastian Hoppe