Der in Halle lebende Künstler Willi Sitte (geb. 1921 in Katzau/Chrastava) gilt neben Werner Tübke, Bernhard Heisig und Wolfgang Mattheuer als einer der bedeutendsten Maler der DDR.
Wegen seines Bekenntnisses zum Kommunismus und seiner Parteikarriere in der SED lösten seine Werke und Ausstellungen nach der Wiedervereinigung bisweilen öffentliche Diskussionen aus. Bis heute fließen in Kritiken zu Sittes Werken oft nicht nur künstlerische Aspekte, sondern politische Wertungen und Sichtweisen ein.
Dennoch sind seine Werke bis heute bei Kunstsammlern und Galerien im Deutschland und in Europa außerordentlich begehrt.
Kunst aus der DDR gehört zum gesamtdeutschen Erbe und ist Teil der deutsch-deutschen Kunstgeschichte von 1945 bis 1989. Auch wenn diese Wertung nach wie vor alles andere als selbstverständlich zu sein scheint, verfolgt die Galerie in der Burg die Intention einer angemessenen und differenzierten Bewertung unter Vermeidung kunstbetrieblicher Ausgrenzung und politischer Stigmatisierung.
Dass eine Station im langen und bewegten Leben Willi Sittes im Jahre 1947 auch das thüringische Eichsfeld berührte, in dem seine Eltern nach 1945 eine zweite Heimat fanden, war dagegen kaum bekannt. Dies ist der Galerie in der Burg in Großbodungen willkommener Anlass, Arbeiten aus dem so reichen Oeuvre Sittes im Eichsfeld zu präsentieren.
Die Willi-Sitte-Stiftung für Realistische Kunst in Merseburg stellt dankenswerterweise die Exponate als Leihgabe zur Verfügung.
Im Mittelpunkt der Ausstellung vom 10. Oktober bis 19. Dezember stehen die Widmungsblätter für bedeutende Künstlerpersönlichkeiten, die das Schaffenswerk Sittes wesentlich beeinflusst haben. Willi Sitte hat die Blätter gewidmet: Tizian, David, Rubens, Orozco, Ensor, Rodin, Hohelied, Permeke, Ratgeb, Ingres, Le Corbusier, Degas, Tintoretto, Caravaggio, Ernst, Rembrandt, Signorelli, Claudel, Picasso, Michelangelo, Cranach, Courbet, Bernini, Delacroix, Baldung Grien, Corinth, Goya, Grünewald, Raffael und Dürer.
AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG am Sonntag, 10. Oktober, 17.00 Uhr
Begrüßung
Dr. Gerlinde Gräfin von Westphalen
Grußworte
Hans-Hubert Werner, Vorsitzender der Willi-Sitte-Stiftung für Realistische Kunst (Merseburg) Bodo Ramelow MdL(Fraktionsvorsitzender DIE LINKE im Thüringer Landtag) für die Rosa-Luxemburg-Stiftung
Vortrag
„Diesseitigkeit ist das bekannteste Kennzeichen einer realistischen Kunst ...“ (nach Bertolt Brecht)
Zu Künstlerkollegen, Menschenbild und
Zeitgefühl im Werk Willi Sittes
Dr. Hans-Georg Sehrt (Kunsthistoriker Vorsitzender des Halleschen Kunstvereins)
Galerie in der Burg
Dr. Gerlinde Gräfin von Westphalen
Fleckenstraße 41
D - 37345 Großbodungen (Eichsfeld)
Tel. 036077 18934
Bild 1 Wenn die Vernunft schläft - Francisco Goya gewidmet
Bild 2 Heiliger Georg - Raffael gewidmet

