Gesellschaft Freunde der Künste

Nachrichten und Veranstaltungen in unserem Archiv

18.11.2010 - 08.01.2011 im Kunstmuseum Bonn

Ausstellung: WienerWalden von Alexander Braun, Preisträger des Bonner Kunstpreis 2009

 

 

Seit 2005 arbeitet der Künstler Alexander Braun an der Werk­gruppe „Walden“. Der ihm verlie­hene BONNER KUNSTPREIS ermöglichte ihm im September 2009, an den Walden-See nahe Concord in Massachu­setts zu fahren. Er folgte damit den Spuren des amerikanischen Phi­loso­phen Henry David Thoreau (1817–1862), der als 30-Jähriger im Rahmen eines Selbstexperi­ments zweieinhalb Jahre in einer einfachen Blockhütte dort am See lebte. In seiner Publikation „Wal­den or Life in the Woods“ (Walden oder Leben in den Wäldern) von 1854 fasste Thoreau seine Erfahrungen und Beobachtungen zusammen. Alexander Braun hielt sich im Anschluss an den Aufenthalt in den USA drei Mo­nate in Wien und Umgebung auf, um die Erweiterung durch die europäi­sche Dimension vorzubereiten. Konzeptionell dienen die „Geschichten aus dem Wie­nerwald“ von Johann Strauß, ein Konzertwalzer aus dem Jahr 1868, und das gleichnamige The­aterstück von Ödön von Horváth (1931) als musische und literarische Referenzgrößen. Hier ver­schrän­ken sich schwärmerische Idealisierung und Demontierung des Idylls, indem die Musik trotz der Tragödie unerbittlich weiter spielt.

 

Im Ergebnis erwartet uns mit WienerWalden eine vielschichtige intellektuelle und vi­suelle Auseinandersetzung des Künstlers in den Medien Zeichnung, Video, Kleinskulptur und Fo­togra­fie, auch unter Verwendung sei­nes historischen Walden-Archivs. In allen künstlerischen Arbei­ten geht es um die Standortbestimmung des Individuums in Bezug zur Na­tur, dessen Or­tung auf abstrakter Ebene zeichnerisch oder aber auch als musikalische Performance auf Video fest­gehalten wird. Seine Tu­schezeichnungen verstehen sich dabei als konzeptuelle Naturabstrak­tionen, die dialo­gisch im Sinne von These und Antithese weiterentwi­ckelt werden. Hier begeg­nen sich Gegen­ständliches und Artifizielles. Textfragmente werden gelegentlich in seine Zeichnungen einge­arbeitet und nehmen am künstlerischen Diskurs teil. Mit seinem „Endy­mion“-Projekt, das den Mythos vom ewig schlafenden Jüngling mit der Melan­cholie verbindet, und der aktuellen Vi­deoarbeit „WienerWalden“ er­weitert Braun sein Thema um zusätzliche Facetten.

 

Zur Ausstellung erscheint eine Edition sowie ein umfangreicher, von Alexander Braun grafisch gestalteter Katalog mit Beiträgen von Sven Drühl, Berlin,  Stephan Berg und Irene Klein­schmidt-Altpe­ter, Kunstmu­seum Bonn.  Ein weiterer Beitrag von Dieter Schulz, dem deutschen Exper­ten für Amerikani­schen Transzendentalismus, der mit  Alexander Braun ein Gespräch über „Walden“ führte, ent­hält Statements zur Arbeitsweise des Künstlers in der Vorbereitung zur Ausstellung.

 

Der BONNER KUNSTPREIS für die Künstlerinnen und Künstler der Region ist deutlich aufge­wertet worden. Seine Dotierung mit 20.000 Euro durch die Stadt Bonn macht ihn bundesweit zu einem der am besten ausgestatteten, regionalen Kunstpreise. Die Kooperation mit der in Bonn ansässigen IVG Immobilien AG ermöglicht dem Preisträger, in ei­ner von 13 europäischen Hauptstädten, in denen das Unternehmen ver­treten ist, für das 3 oder 6 Monats-Stipendium eine Atelierwohnung zu finanzieren. Ein wesentliches Ziel des neu ausgerichteten Bonner Kunstpreises ist es, regionalen Künstlern einen projektbezogenen, internationalen Austausch zu ermöglichen. Mit WienerWalden und sei­nen vielfältigen Verbindungen zwischen der Neuen Welt und dem „Al­ten“ Europa ist dies bereits beim ersten Mal auf das Schönste gelun­gen.

 

Kontakt

Kunstmuseum Bonn
Museumsmeile
Friedrich-Ebert-Allee 2
53113 Bonn

T +49 (0)228 77-6260, F -6220

kunstmuseum@bonn.de

www.kunstmuseum-bonn.de

Link

http://www.kunstmuseum-bonn.de/ausstellungen/vorschau/info/ex/bonner-kunstpreis-2009-alexander-braun-302/