Die Ausstellung WELTENWANDLER. DIE KUNST DER OUTSIDER widmet sich der Produktion von Kunst entlang und jenseits der Grenzen des Gewohnten. Von der „Bildnerei der Geisteskranken“ ist noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Rede, während später der Künstler Jean Dubuffet die Bezeichnung „Art Brut“ wählt, um vor allem die rohe Ursprünglichkeit zu verdeutlichen, die er in diesen Werken ausmacht. In einem Spektrum vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart präsentiert die Ausstellung eine Reihe intensiv erlebbarer Räume, in denen sich auf eindrucksvolle Weise die individuellen Welten der Outsider-Künstler eröffnen.
So betritt man das „Ewigkeitenendeland“ von August Walla, Performance- und Gesamtkünstler ohne Grenzen, der seine Lebenswelt nahezu vollständig in die Kunst einbezog. Da sind die Liebestraumwelten der Aloïse und die Arbeiten anderer Klassiker der Art Brut wie Adolf Wölfli oder Auguste Forestier. Man begegnet der visionären Architektur von Karl Junker, den lebensgroßen Kokongespinsten von Judith Scott oder den präzisen mathematischen Utopien von George Widener und wird nicht zuletzt von den Healing Machines des Emery Blagdon bestrahlt. Die Ausstellung erzählt auch typische Entdeckungsgeschichten, wie die von Henry Darger, nach dessen Tod man in seiner Einzimmerwohnung ein unglaubliches OEuvre fand, oder von Friedrich Schröder-Sonnenstern, dem skandalumwitterten Provokateur, grandiosen Hochstapler und Maler, dessen Arbeiten von Georges Pompidou gesammelt wurden.
Die Kunst der Outsider enthüllt eine tiefe Unruhe in den Beziehungen zwischen Wirklichkeit und Fantasie. Es entstehen Welten, die den Betrachter anregen, aus den Gewissheitsstrukturen seines Alltags herauszutreten.
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