Drei Teilnahmen an der documenta in Kassel, Preisträger des Goldenen Löwen als bester Einzelkünstler der Biennale von Venedig 2005 – der Düsseldorfer Bildhauer Thomas Schütte, geboren 1954, zählt international zu den wichtigsten Künstlern.
Thomas Schütte ist es in den vergangenen drei Jahrzehnten gelungen, klassische Bereiche der bildenden Kunst, die von einer Avantgarde der 1960er und 1970er Jahre als Folklore und Kitsch abgelehnt worden sind, wieder für die künstlerische Kreativität zurückzuerobern und als gesellschaftlich und ästhetisch hochbrisant zu etablieren.
Dabei steht das Arbeiten mit den Händen, das Zeichnen, das Aquarellieren, das Modellieren, das Formen mit Ton und Knetmasse, das Bauen mit Holz und anderen Materialien im Zentrum seiner künstlerischen Tätigkeit.
Seit den frühen 1980er Jahren hat Thomas Schütte an architektonischen Modellen und Skizzen gearbeitet. Das Spiel zwischen Klein und Groß, zwischen Modell und Realisierung, zwischen Kunst als Modell und Modell als Kunst durchzieht das gesamte Werk und entfaltet in der Werkgruppe der architektonischen Skulpturen eine direkt erfahrbare, sinnliche Präsenz. Die Ausstellung legt ihren Schwerpunkt auf dieses zentrale Thema.
Die Auseinandersetzung mit der Kunst des Bauens und der gebauten Welt, mit Licht und Raum hat nichts Geringeres als die Rückgewinnung der Architektur für das Feld künstlerischer Arbeit zum Ziel.
Die Ausstellung macht deutlich, dass es Thomas Schütte dabei sowohl um eine positive Alternative als auch eine harsche Kritik geht, und versammelt Meisterwerke, die kritischen Kommentar, ästhetische Brillanz, Poesie und Humor in sich vereinen.
Neben Modellen in kleinerem Maßstab aus den vergangenen drei Jahrzehnten werden auch erstmals begehbare Realisierungen von zwei seiner künstlerischen Entwürfe präsentiert, ein Ferienhaus für Terroristen und ein One Man House. Begleitet werden sie von gerade fertiggestellten neuen Skulpturen.
Abbildung: Thomas Schütte: 4th Plinth, Trafalgar Square, London, 2006
Foto: Stephen White
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