Rolf Schanko ist in Dortmund geboren und war Schüler von Norbert Tadeusz an der Düsseldorfer Akademie. Schon sehr früh machte sich der Meister- schüler mit abstrakter Malerei von seinem Lehrer frei. In den letzten Jahren hat Rolf Schanko jedoch wieder den Gegenstand in seinen Bildern entdeckt.
Im Fokus seiner aktuellen Arbeiten steht die Auseinandersetzung mit Architektur und Landschaftsräumen, wobei die Wohnbebauung und Industriearchitektur seiner Heimat im Vordergrund steht. In bewegten Kreidezeichnungen, die er mit expressiver Ölfarbenmalerei überlagert, ergründet der Künstler die Kraft und Dynamik der Ruhrgebietslandschaft.
Die Papierarbeiten von Rolf Schanko visualisieren Lebensräume, die zwar an konkrete Orte erinnern gleichzeitig sind es aber im Umbau begriffene, temporäre, in gewisser Weise gesichts- und geschichtslose Landschaftsräume. Dadurch wohnt den Arbeiten eine Allge-meingültigkeit inne, welche diese Erinnerungsbilder mit anderen Industrielandschaften verbindet, die wie das Ruhrgebiet von Industrie geprägt sind und einem Strukturwandel unterliegen.
In den Arbeiten 'Sechs-Parteien-Schneehaus' und 'Hannibal ums Eck' befasst sich Schanko mit anonymen sozialen Wohnungsbauten. Die Auseinander- setzung mit Dortmunder Wohnburgen aus Beton erweitert er im Blatt „Hannibal“ um eine Figur vor der gesichtslosen Fassade. Das Bild 'Wäscher' zeigt Schankos Blick auf eine Dortmunder Kohlewaschanlage und als 'work in progress' liegt das Blatt 'Koksofen' auf dem Boden der Galerie und macht so die Arbeitsweise des Künstlers anschaulich.
Die wankende Architektur und die bewegten Figuren in den Bildern spiegeln den Zeitenwandel - von der Vergangenheit über die Gegenwart zum noch nicht eingelösten Versprechen Zukunft - wider. Rolf Schankos 'Passanten' besetzen, durchschreiten und ergründen die Bildräume, ohne dass es ihnen dabei gelingt der Bebauung eine Geschichte zu geben. Die Figuren stehen damit nur bedingt einer individuellen Erinnerung an die Stadt- und Industriearchitektur zu Verfügung, deren Geschichte nur vage erinnert werden kann - zu rasant verändern die Urbanisierungsprozesse vertraute Bilder. Was heute noch Wirklichkeit ist, kann morgen schon Erinnerung sein.
Diesem Erleben entspricht die abstrahierende Arbeitsweise des Künstlers und die Materialität der Kreide und des Papiers, auf dem Rolf Schanko aus- schließlich arbeitet. Kreide und Papier weisen den Charakter von Instabilität und Unbeständigkeit auf. Die mit Kreide auf das Papier gebrachten Zeichnungen der mächtigen Bebauungen stehen dazu in einem starken Spannungsverhältnis. Durch die malerische Überarbeitung mit Ölfarben gewinnen Schankos Arbeiten dann einerseits Leichtigkeit andererseits Stabilität und Festigkeit."
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Galerie Pamme-Vogelsang
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