Einer der bedeutendsten europäischen Maler der vergangenen Jahrzehnte ist der 1930 in Deinze, Belgien, geborene Raoul De Keyser. Obwohl sein Werk ab den 80er Jahren eine internationale Resonanz erfuhr, fehlt es doch bislang an einer großen Überblicksschau in Deutschland, die die facettenreiche Entwicklung des Künstlers zum Thema hat. Dieses Manko will nun die Ausstellung "Replay" im Bonner Kunstmuseum ausgleichen. Die knapp 50 Exponate des Künstlers umfassen 40 Jahre seines Schaffens und sind vom 20. August bis 18. Oktober zu sehen.
Die Ausstellung beginnt mit Arbeiten der 60er Jahre, in denen Raoul De Keyser eine Selbstverortung seiner Kunst betreibt. Motivisch betrachtet widmet sich der Autodidakt Themen seines unmittelbaren Umfeldes, den Fensteröffnern an seinem neuen Haus, dem Gartenschlauch, dem Fahrrad in seinem Garten und den Kreidelinien auf dem Fußballplatz vor seiner Haustür. Stilistisch orientiert er sich am Vorbild seines Landsmannes Roger Raveel und an der seinerzeit sehr präsenten Pop Art. Doch schon seine frühen Werke zeigen den hohen Reflektionsgrad seiner Kunst, die malerische Fragestellungen, das Verhältnis des Bildes zur Realität und die Konstitution eigener Bildwirklichkeiten in Betracht zieht. Fast zwangsläufig führt diese Ausrichtung Raoul De Keyser in den 70er und 80er Jahren zu geometrisierenden Ausdrucksformen, dann auch zur Monochromie, auf die dann in den späten 80er und 90er Jahren malerisch offene Ausdrucksweisen folgen.
Die Ausstellung wird von der Vlaamse Overheid, Kunsten en Erfgoed, Brüssel, unterstützt. Der Katalog zur Ausstellung erscheint im Hatje Cantz Verlag und ist zum Preis von 29 € erhältlich.
www.kunstmuseum.bonn.de bis 18.10.2009

