Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe stellt erstmals in Deutschland das Werk des französischen Künstlers Camille Corot (1796 – 1875) vor. Rund 180 Gemälde, Zeichnungen und druckgrafische Arbeiten geben einen Überblick über die Vielfalt seines Schaffens – von lichthaltigen Freilichtstudien zu lyrischen Landschaften und großformatigen Dekorationen, von empfindsamen Porträts zu rätselvollen Fantasiefiguren. Neben Werken aus dem eigenen Sammlungsbestand sind über 150 internationale Leihgaben u.a. aus dem Louvre, dem Metropolitan Museum in New York, den Uffizien in Florenz und der National Gallery in London zu sehen. Mit der Corot-Ausstellung richtet die Kunsthalle den Fokus auf eine Künstlerpersönlichkeit, die sich den gängigen Vorstellungen – Traditionalist oder Avantgardist – entzieht. Seine frühen Ölstudien im Freien deuten auf seine klassizistische Ausbildung hin, die sich an der historischen Landschaftsauffassung des 17. Jahrhunderts orientierte. Vom Zeitgeist des Realismus nur touchiert entwickelte der Franzose dann jedoch im Verlauf seiner Karriere eine von komplexen Bildideen wie lyrischem Zauber durchwobene Malerei.
Bildlegende:
1. Camille Corot
Der See. Nachtstimmung, ca. 1870, Musée des Beaux-Arts de la Ville de Reims
© Foto: C. Devleeschauwer
2. Camille Corot
Die Ruhe, 1860, überarbeitet ca. 1865-70, Corcoran Gallery of Art, Washington, D.C.,
William A. Clark Collection 26.41
3. Camille Corot
Der kleine Ort Chaville, in der Nähe von Ville-d’Avray, ca. 1825, Öl auf Papier auf Leinwand, 24,8 x 34 cm, Ashmolean Museum, University of Oxford, Nachlass Frank Hindley Smith, 1939
Carmela Thiele
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe


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