Für sein künstlerisches Schaffen schöpft David Berweger aus dem kreativen Spiel zwischen dem realen und dem illusionistischen Raum. Seine Werke kreisen um Fragen nach der Wahrnehmung von Oberflächen und sind Ausdruck einer konstanten Suche nach der Räumlichkeit in der Fläche. In immer neuen Versuchsanordnungen erprobt der Künstler Tiefenwirkung und Plastizität in der zweiten Dimension. Sein Atelier gleicht einem wissenschaftlichen Labor, in welchem er Materialien wie Asche, Holz, Gips oder Papier auf ihre wesentlichen Eigenschaften hin überprüft, um sich ihr vielfältiges Potenzial im künstlerischen Prozess zunutze zu machen.
Ausstellung in Zürich
Bezeichnend für David Berweger ist der Umgang mit einem geometrischen Formenvokabular, dessen Exaktheit und Strenge durch bewusste Eingriffe wiederholt aufgebrochen wird. Beispielsweise experimentiert er mit Farbpigmenten auf Bodenflächen, wobei anfänglich geometrische Formen unter Einwirkung von Wasser teilweise verwischen und sich auflösen. In der Arbeit hommage to the snowball (2012) überführt er das flüchtige Ausgangsmaterial auf eindrückliche Weise in eine vorübergehend feste Form: Ein aus 1600 Litern Asche komprimierter Quader mutet zunächst wie eine Wand aus Beton an, bevor er unter dem Eigengewicht in sich zusammenfällt.
Bildende Kunst
In der Verschränkung von festgefügten, klar konturierten Formen und ihrer Veränderung hin zu instabilen, amorphen Gebilden überlagern sich zwei Gegensätze, die an künstlerische Vorbilder erinnern: einerseits an die Minimal Art mit ihrer klaren, nüchternen Formensprache und andererseits an die Arte Povera mit ihren einfachen, oft vergänglichen Materialien. Viele Arbeiten des Künstlers tragen das Potential der Ver- änderung in sich, sind keine fest gefügten Werke, sondern Gesten, die sich in Raum und Zeit entfalten.
Text: Nicole Rampa
David Berweger, 1982 in Rheinau/ZH geboren, lebt und arbeitet in Basel. Von 1999 bis 2003 studierte er an der Punkt G Gestaltungsschule in Zürich, wo er im Fachbereich Illustration abschloss. 2010 initiierte er im Künstlerkollektiv das Kunstprojekt Birswanger Contemporary in Schaffhausen. Von der Ausserrhodischen Kulturstiftung erhielt David Berweger im 2010 + 2013 einen Werkbeitrag und 2010 von der Stadt und dem Kanton Schaffhausen einen Förderbeitrag.
Freunde der Kunst
Für 2014 wurde ihm vom Internationalen Austausch- und Atelierprogramm Basel (iaab) das Atelier in Paris zugesprochen. Seine Arbeiten wurden bereits in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen, unter anderem im Aargauer Kunsthaus (Caravan 3/2013), Lokal-int Biel, Ausstellungsraum Klingental Basel, Schaukasten Herisau, Premio Internazionale Arte Laguna Venedig, Tom Bola Zürich, Kunst Halle Sankt Gallen, Museum zu Allerheiligen Schaffhausen, ausgestellt.
info@hausergallery.ch


Für sein künstlerisches Schaffen schöpft David Berweger aus dem kreativen Spiel zwischen dem realen und dem illusionistischen Raum; (c) DAVID BERWEGER
