Reisen war für Max Pechstein, der als „Naturbursche“ galt, ein grundlegendes Bedürfnis. „Mensch und Natur in eins“ zu erfassen, „stärker und innerlicher“, das war Pechsteins Anliegen. So hielt er sich etwa wochenlang in Nidden, Leba und Monterosso al Mare auf, Gegenden, die vom Tourismus noch weitgehend unberührt waren. Die Landschaften, die er auf seinen Reisen erlebte, waren unerschöpfliche Inspirationsquelle und künstlerisches Versuchsfeld.
Ausstellung in Würzburg
Hier, auf den Reisen vollzog sich der Aufbruch in eine neue Kunstsprache in stilistischer wie motivischer Hinsicht. Der erträumte und erlebte Einklang mit der Natur äußerte sich in künstlerischen Experimenten, die die Grundlage von Pechsteins gestalterischer Entwicklung darstellen.
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Die Bilder zeigen neben Landschaften und Badenden auch Menschen bei der Arbeit wie Fischer, Steinträger und Bauern in leuchtenden Farben und mit großer Expressivität. Alte Paradiesvorstellungen und der verlorene Traum von der Einheit von Mensch und Natur erleben in diesen Bildern eine Wiedergeburt.
Einen Höhepunkt in Pechsteins künstlerischem Leben stellt sein Aufbruch auf die Südseeinselgruppe Palau im Jahr 1914 dar, der sich in zahlreichen Aquarellen, Holzschnitten, Tuschezeichnungen und Ölgemälden niederschlug.
Bildende Kunst
Obwohl Max Pechstein immer wieder Ausstellungen gewidmet wurden, spielte der Aspekt des Reisens als übergreifendes Thema bisher keine Rolle. Dabei entstand der Großteil seines Oeuvres weitab der Heimat. Die Ausstellung „Max Pechstein auf Reisen“ legt den Fokus erstmals auf diejenigen Arbeiten seines Werks, die auf den zahlreichen Studienfahrten und Auslandsaufenthalten des Künstlers basieren.
Die Schau zeigt viele bisher noch nie präsentierte Werke, vor allem Reiseskizzen. Sie umfasst insgesamt rund 90 Arbeiten auf Papier, darunter gestaltete Postkarten, Briefe und Seiten aus den Reisebüchern, sowie ca. 20 farbenreiche Ölgemälde.
Freunde der Kunst
Die Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit den Enkeln des Künstlers, die das Projekt großzügig wissenschaftlich unterstützt haben und ist eine Ausstellungskooperation mit dem Kunsthaus Stade und den Kunstsammlungen Zwickau. Sie wird kuratiert von Dr. Ina Ewers-Schultz, Köln.
Anja Klinger
Presse Kulturspeicher
presse.kulturspeicher@stadt.wuerzburg.de


Reisen war für Max Pechstein, der als „Naturbursche“ galt, ein grundlegendes Bedürfnis. „Mensch und Natur in eins“ zu erfassen, „stärker und innerlicher“, das war Pechsteins Anliegen; (c) Veranstalter