Die Arbeiten Jan Wawrzyniaks kreisen um den Aspekt der Entgrenzung des Bildes.
Ausstellung in Wiesbaden
Seine Arbeiten verlassen die Bildfläche, durchbrechen den Rahmen und reichen in den Raum hinein. Dabei werden die Grenzüberschreitungen immer nur angedeutet. Jede Arbeit kann in der Tradition verortet werden, ob es sich dabei um ein Tafelbild, Papier, Holzrahmen, Glas oder auch nur die Verwendung des Materials handelt.
Gleichzeitig kündigt sein Werk durch Brüche (etwa indem Kohle auf Leinwand verwendet wird) oder Erweiterungen (durch Schnitte, Risse, Auslassungen) die traditionelle Vorstellung vom Bild auf. Wawrzyniaks Arbeiten changieren zwischen traditioneller Bildvorstellung und potentiellen Erweiterungen und lassen auf diese Weise keine eindeutigen Zuordnungserfahrungen zu.
Freunde der Kunst
Im Zentrum der Ausstellung stehen zwei etwa 18 Meter lange und in einer Geste gezeichnete “Alexanderlinien”, von denen eine an der Wand und die andere auf dem Boden verläuft. Dazu kommen Einzelarbeiten, welche durch die Verunklärung der Raumerfahrung das perspektivische Sehen anregen. Es handelt sich bei aller Einfachheit und Überschaubarkeit der Arbeiten um doppelbödige Werke, die sich einer eindeutigen Gesamterfahrung immer wieder entziehen, so dass sich eine “Erfahrung der Unverfügbarkeit” (Max Imdahl) einstellt.
evelyn.bergner[at]museum-wiesbaden.de


Seine Arbeiten verlassen die Bildfläche, durchbrechen den Rahmen und reichen in den Raum hinein; Bild 1/2: (c) beim Künstler, Foto: Detlef Gottwald
Bild 3/4: (c) und Foto: Jan Wawrzyniak

