Die Gruppenausstellung Grüße aus Venedig präsentiert Werke von KünstlerInnen die mit der Galerie Ernst Hilger zusammen arbeiten bzw. gearbeitet haben, und in den letzten Jahren an der Biennale di Venezia teilnahmen. Es werden Malerei, Zeichnung und Skulptur, sowie Videokunst, Installationen und Fotografie gezeigt.
Erik Binder_2003_Tschechischer und Slowakischer Pavillon.
Der slowakische Künstler zeigte die Arbeit Superstar gemeinsam mit der Künstlergruppe Kamera skura. In der aktuellen Ausstellung wird ein Triptych aus der Werkgruppe Panta rhei! gezeigt. Es sind gesprayte Bilder, die ab 2007 entstanden sind, bei denen der Künstler auf seine Erfahrung mit der Graffiti-Kunst zurückgreift. Die expressionistisch ineinanderfließenden Farben und Tropfen verleihen seinen Bildern einerseits Dynamik, andererseits sieht Binder in dieser Vorgehensweise eine Möglichkeit seinen beruflichen Zwang zum Perfektionismus zu überwinden.
Ausstellung in Wien
Petra Feriancova_2013_Tschechischer und Slowakischer Pavillon
Kuratiert von Marek Pokorný, zeigte die slowakische Künstlerin ihre ortsspezifische Installation Order of Things II. Eine Referenz auf die Stadt Venedig und die Biennale, in Form eines pseudo- Archives, bestehend aus privaten Erinnerungsstücken der Künstlerin.
Grüße aus Venedig präsentiert diese Arbeit, adaptiert an die Räumlichkeiten des Hilger NEXT.
Ivana Franke_2007_Kroatischer Pavillon
Latency, die mehrteilige raumbezogene Installation im Innenhof des Palazzo Querini Stampalia, verlangte vom Besucher die Bereitschaft sich auf das Werk physisch einzulassen. Ebenso wie die Arbeit(animated) sphere, welche im Rahmen der aktuellen Ausstellung zu sehen ist, werden die BesucherInen aufgefordert das Werk aus verschiedenen Perspektiven zu erkunden. Charakteristisch für das Arbeiten Frankes ist die Verwendung von transparenten, fragilen Materialien in Kombination mit Licht. Der Eindruck des Ephemeren ist ebenso fixer Bestandteil ihres Oeuvres, wie die Thematisierung von räumlichen Dimensionen, vor allem auch in Bezug zum/zur RezipientIn.
Flavio Favelli_2003_2013_Italienischer Pavillon
Favelli nahm mit seinen Arbeiten dieses Jahr zum zweiten Mal an der Biennale di Venezia teil. Die über Jahrzehnte gesammelten Objekten – allen voran Möbel – werden vom Künstler als installative Collage zusammengefügt. Somit lässt er mit Vergangenheit neues, zeitgenössisches entstehen. Ihn interessiert nicht das Objekt an sich, sondern was es repräsentiert oder repräsentiert hat. Immer wieder bedient er sich historischer Ereignisse als Ausgangspunkt für seine Werke.
Anastasia Khoroshilova_2011_ Evento collaterale
Die russische Fotografin zeigte ihre ArbeitenStarie Novosti (Old News) in der Biblioteca Zenobiana del Temanza im Rahmen der 54. Biennale di Venezia. Ein Teil dieser multmedialen Installation wird in den Räumen der Hilger NEXT gezeigt. Es handelt sich um eine Auseinandersetzung mit dem Terroranschlag auf die Schule in Beslan 2004. Die Leuchtkästen zeigen Portraits von Müttern, die damals allesamt Geiseln waren und zum Großteil ihre Kinder bei diesem unfassbaren Ereignis verloren haben. Kritisch setzt sie sich dabei mit der Vergänglichkeit, Gefügigkeit und Schwäche des kollektiven Gedächtnisses auseinander.
Bildende Kunst
Ángel Marcos_2013_ Evento collaterale:
Der Spanier Angel Marcos zeigte auf der diesjährigen Biennale di Venezia The Initimate Subversion – eine Abwandlung dieser Installation wird in Grüße aus Venedig zu sehen sein. Marcos sucht bei dieser Arbeit nach einer nachhaltigen Gesellschaftsform, die nicht auf Konsum und Besitz basiert, sondern auf kreativen Gedanken und Gefühlen. Die Arbeit ist das Resultat von einer jahrelangen Beobachtung, die ihn in entlegene Gemeinden Spaniens geführt hat. Mit seinen Fotografien fängt er die Lebensverhältnisse dieser Gemeinschaften ein und verweist auf die Korrelation von fehlendem Kapital und stark ausgeprägten Gemeinschaftsgefühl.
Ivan Moudov_2007_Bulgarischer Pavillon
Sein Werk basiert auf Beobachtungen von gesellschaftlichen Interaktionen, welche er mit seinen Interventionen – augenzwinkernd - bloßlegt. Dabei nimmt er die Rolle eines enthusiastischen Dilettanten ein, der mit den herkömmlichen Konventionen bricht. Seine Arbeiten, viele davon im öffentlichen Raum, wirken leicht irritierend aber gleichzeitig auch unverfroren und originell. Already Made 4 (Tim Ullrichs), ist ein Beispiel für Moudov’s Vorliebe für die Methode der Appropriation, wobei diese spezifische Arbeit auf Ullrichs Kunstdiebstahl – Serie verweist.
Cameron Platter_2013_Südafrikanischer Pavillon:
The Good Shepard Presents Dr. Bombaka war der Beitrag Cameron Platters bei der 55. Biennale di Venezia. Diese Zeichnung ist charakteristisch für Platters Schaffen, der sich überwiegend mit zeitgenössischen Vorstellungen von Moral auseinandersetzt. Dabei findet er seine Vorlagen in der Alltagskultur, u.a. Fernsehen, Politik, Pornographie und Religion. Darüber hinaus verwendet er unterschiedlichste Medien um sich mit dem Leben in Süd Afrika aus historischer und zeitgenössischer Perspektive auseinander zusetzen. Die in Grüße aus Venedig gezeigte Arbeit Jealous (Robbery) befasst sich mit eben diesen Themen.
Miha Štrukelj_2009_Slovenischer Pavillon
Für seinen Beitrag zur 53. Biennale di Venezia präsentierte der slowenische Künstler Miha Štrukelj eine Arbeit bestehend aus Malerei, Wandmalerei, Zeichnung und Legosteinen. Der rote Faden durch das Werk Štrukeljs ist die Beschäftigung mit Topographie. Er untersucht die urbanen Räume der momentanen globalen Wirklichkeit, welche eine identitätsbildende Funktion innehaben. Auch der kreative, konstruktive Prozess, der dem Ganzen zugrunde liegt interessiert den Künstler. Seine eigene persönliche Welt erschafft er, indem er Fragmente verschiedener Orte zusammenführt - Plätze, die über etwas Gemeinsames verfügen und durch dieses Charakteristikum hervorstechen. Genau hier verschwimmt die Grenze zwischen Fiktion und Realität.
Freunde der Kunst
Simón Vega_2013_Lateinamerikanischer Pavillon
Als Vertreter El Salvadors zeigte Simon Vega seine `abgestürzte‘ Weltraumkapsel Third World Sputnik. Wie in all seinen skulpturalen Arbeiten, verwendete Vega hier vorwiegend gefundenes, gesammeltes Material. Dabei handelt es sich meist um Abfall, der von Vega als künstlerisches Material umgeformt und eingesetzt wird. Stark geprägt sind seine Werke auch von seiner Biographie: Als Jugendlicher erlebte er den verheerenden 12-jährigen Bürgerkrieg und dessen Folgen in seiner Heimat, ein weiteres schreckliches Kapitel des Kalten Krieges. Grüße aus Venedig zeigt neben dem neuen skulpturalen WerkImperial Slum Ship, auch einige gezeichnete Vorstudien.
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Die Gruppenausstellung Grüße aus Venedig präsentiert Werke von KünstlerInnen die mit der Galerie Ernst Hilger zusammen arbeiten bzw. gearbeitet haben; Courtesy GALERIE HILGER NEXT Wien 10, Wien © Katharina Stögmüller