Gesellschaft Freunde der Künste

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„Gucken sie zweimal.“

Ausstellung in Weimar: „ in die puschen “ bis zum 24.3.2011

Auszug der „ fünf ausgesprochen subjektive[n] Versuche “ Frank Ruprechts sich Ruth Kroll und ihrer Arbeit anzunähern (abseits der biografischen Daten)

I.

[das] „ System der Rahmensprengung begegnet mir wieder exzessiv bei Ruth Kroll. Als ob ihr die Abmessungen des Malgrundes nicht reichen würden, verstreut sie auf der sie umgebenden Tapete Farbakzente, mit dem Pinsel getupft oder Mini-Menschlein aus der Modellbahnlandschaft. Statt den Bindfaden für die Aufhängung der Tafeln zu verwenden, lässt sie ihn sich darum herumschlängeln. Was sich uns hier bietet sind keine Bilder. Es sind kleine, inszenierte Welttheater. [...] Hier entsteht eine ganz neue Ordnung, “

II.

„ Ruth Kroll gehört zur Spezies des Homo Ludens, [...] Sie unterwirft sich mit ihren Kunstobjekten nicht den Ansprüchen der ernsthaften Wohnzimmerpräsentation. [...] In ihren Inszenierungen liegt die Chance, sie jederzeit zu verändern. Keines dieser Arrangements ist fertig. Die Bestandteile auch anders zu hängen, mit den Elementen spielen zu dürfen, scheint Programm zu sein. Auch bei dieser Ausstellung hat sie gehängt, umgehängt, arrangiert, verändert… bis sie eine vorübergehende Befriedigung empfand [...] Ich sehe mich um und habe Lust, weiterzuspielen.“

III.

„ Ruth Kroll macht Bilder. Was bei diesen gleich ins Auge springt sind grob strukturierte Malgründe wie Sackleinwände oder Tapetenfetzen. Bei intensiverer Betrachtung tauchen dezente Farben aus dem Farbspektrum des Malgrundes auf, die irgendwie chaotisch geordnet sind. Ein grüner Klecks, eine rote Arabeske, ein blaues Piktogramm im monochromen Umfeld erscheinen wie bestandene Mutproben. Erdfarbene Monumentaltafeln erschließen sich dem Betrachter erst, [durch nochmals intensive Betrachtung] Dann lebt ein Kosmos hingehauchter Szenarien auf. Krolls Bilder sind leise, nebulös, rätselhaft, werden sichtbar und verschwinden wieder. “

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