Farbecht und haargenau stellen Evan Pennys Silikon-Skulpturen menschliche Körper dar, mit all ihren Runzeln und Hautunreinheiten. Die sorgsam aus Silikon geschichteten Figuren sind von höchster sinnlicher Präsenz, und doch wirken sie merkwürdig artifiziell. Durch Verfremdungseffekte wie Stauchungen, Verzerrungen oder Farbfehler erinnern sie an Eigenheiten der Fotografie, des Fernsehens oder der digitalen Bildbearbeitung.
Jede Skulptur stellt ein Gestalt gewordenes Gedankenexperiment dar, das der Künstler selber so formuliert: „Was würde passieren, wenn ich eine Entstellung des menschlichen Körpers, welche uns im Kontext medialer Bildlichkeit als normal und akzeptabel erscheint, in den Realraum unserer Lebenswelt übertrüge?“ Seine Werke führen uns die Antwort vor Augen: eine starke Gefühlsreaktion voll abgründigen Schreckens und unstillbarer Faszination. Die von der Kunsthalle Tübingen organisierte, bislang größte Überblicksausstellung Pennys und seine erste Museumsschau in Europa umfasst ungefähr vierzig zum Teil überlebensgroße Skulpturen sowie eine Reihe von Fotoprints.
Nach der Präsentation in Tübingen wird die Ausstellung auch im Museum der Moderne in Salzburg, Österreich, im Museo delle arti Cantanzaro, Italien und in der Art Gallery of Ontario in Pennys Heimatstadt Toronto in Kanada zu sehen sein. Zur Ausstellung erscheint ein von Daniel J. Schreiber herausgegebener Katalog im Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln.
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