Gesellschaft Freunde der Künste

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Kunst von ihrer besitzergreifenden, unheimlichen Seite

Ausstellung in Trier: Jáchym Fleig | Ulrike Mundt Limbus bis zum 10. September 2011

Im Werk des Bildhauers Jáchym Fleig zeigt sich die Kunst von ihrer besitzergreifenden und unheimlichen Seite. Manche seiner skulpturalen Installationen erwecken die Vorstellung einer Besiedelung des Raumes durch riesenhafte Insekten. Die scheinbare Naturnähe (Wespennester oder andere Tierbauten) folgt aber dem strategischen Kalkül künstlerischer Setzung. Natur kann wie Kunst aussehen, wie auch umgekehrt. Mit Naturalismus hat das wenig zu tun.

Die abstrakt - formalen Qualitäten der plastischen Gebilde erfüllen sich in der Verbindung mit Vorhandenem  - Raum oder technischer Gerätschaft.
Fleigs Interventionen wirken schlüssig, als hätte das befallene Gebäude oder Objekt (der "Wirt") selbst das wuchernde, wesenhafte Geschehen ausgebrütet. Auf diese Weise lustvoll - einnehmend und mit ernstem Humor, besetzen Jáchym Fleigs Installationen die Wirklichkeit.

Ulrike Mundts bildhauerische Artefakte widersprechen in ihrer perfekten handwerklichen Form der Trash-Ästhetik, die vielfach auch in der Kunst regiert. Im Rückgriff auf solides Produktdesign der 60er und 70er Jahre baut sie Objekte und Maschinen mit ambivalenter Aussage. Der schönen Gestalt steht ein störendes Innenleben entgegen – denn ihre Maschinen machen entweder Krach und sondern elektronisch erzeugte Geräusche ab oder sie hinterlassen beim Betrachter unheimliche Gefühle von Verlust und Unnahbarkeit, die ein Fehlen des Humanen als Mangel deutlich machen.

Sie arbeitet mit Ironie und doch in engem Bezug zu wissenschaftlichem und experimentellem Denken - was entsteht sind technoide Lebewesen, die wie der Supercomputer HAL in Stanley Kubricks „2001 – Odyssee im Weltraum“ mit Perfektion begeistern, nur um schließlich ihr geheimes Eigenleben anarchisch ausagieren zu können.

Kontakt

Kunstverein Trier Junge Kunst e.V.
Karl-Marx-Straße 90
54290 Trier

kunstverein@junge-kunst-trier.de