Gesellschaft Freunde der Künste

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Skulpturen und Installationen

Ausstellung in Solothurn: Andrea Wolfensberger – Then listen again bis zum 31.7.2011

Andrea Wolfensberger (*1961 in Zürich, lebt in Waldenburg BL) arbeitet mit den verschiedensten Medien und Materialien. In ihrem Schaffen finden sich sowohl Skulpturen, Installationen und Werke im öffentlichen Raum wie auch Fotografie und Malerei. Gerne bezieht sie auch Wort und Klang in ihre Werke ein und schafft mit befreundeten Schriftstellerinnen oder Musikerinnen eindrucksvolle Gesamtkunstwerke von gedanklicher Tiefe und sinnlicher Ausdruckskraft.
So weit sich die Künstlerin in der Wahl der Arbeitsmittel öffnet, so konsequent verfolgt sie ihre Themen.

Unter dem Titel Then listen again, der sich auf Samuel Beckett bezieht, sind aktuelle und ältere Werke zu einem Gesamtklang verbunden. Die grosse Überblicksausstellung geht von den neuesten Werken aus, umfasst aber auch frühere Arbeiten, die die inhaltliche Konsequenz des vielgestaltigen Schaffens zeigen.

Die Ausstellung ermöglicht eine Wiederbegegnung mit einer Künstlerin, die in den achtziger und neunziger Jahren zu den bekanntesten Vertreterinnen der jungen Schweizer Kunst gehörte, vielfach mit Preisen geehrt und mit Einzelausstellungen im Museum Allerheiligen Schaffhausen (1992) und im Kunsthaus Glarus (1993) bedacht wurde. Nach einer längeren Schaffenspause sind ihre neuen Werke ab 2003 in Ausstellungen der Zürcher Galerie Bob Gysin präsentiert und von der Fachwelt mit Begeisterung aufgenommen worden.

Der Ausstellungstitel Then listen again suggeriert nicht nur einen kommunikativen Austausch von Äusserung und Aufnahme, von Klingen und Hören, sondern auch eine Wiederholung als einen zeitlichen Ablauf. Das „Hier und Dort“ zwischen Sender und Empfänger begegnet dem „Jetzt und Früher“ von Präsenz und Erinnerung.

Die Empfehlung, nochmals hinzuhören, unterstreicht aber auch die Schwierigkeit allen Kommunizierens und Verstehens. Ein tatsächliches oder verbildlichtes Klingen als Bewegung in Raum und Zeit ist Grundthema der Ausstellung. Sie geht von den an Schalltrichter erinnernden Skulpturen aus und verbindet im Bild der Welle landschaftliche und klangliche Vorstellungen. Die in den Wogen des Meeres (Niemands Frau, 2007) gefilmten Videobilder sind vom Auf und Ab eines Erzähltones begleitet, einer „Odyssee“ der Lyrikerin Barbara Köhler.

Während das Geigenspiel eines kleinen Mädchens in der Verlangsamung von Ton und Video-Film fast bedrohlich wirkt (Kinderlied, 2003), ist das schallende Lachen eines Knaben (Jusqu’à ce qu’il fasse rire, 2009) zu einem dreidimensionalen Klangkreisel verdinglicht, der als riesige Skulptur den Raum bestimmt. Von geradezu körperlicher Wirkung ist die grosse, in einem eigenen Raum präsentierte Projektion des digitalisierten Super-8-Filmes Hitzewelle (2003), deren Flimmern mit einer ungemein komplexen Komposition von Marianne Schuppe übereinstimmt.

Die fast pointillistische Erscheinung der Projektion erinnert an Wolfensbergers frühe Filme zu den Römer Staren-Schwärmen, die dem Auge ein selten schönes Spiel von Auflösung und Verdichtung liefern (La danza degli storni, 1991 und Stare, 1995). Das existentiell fundierte Schaffen gleicht einer musikalischen Interpretation, etwa wenn die Künstlerin die filmischen Bilder eines Gartens anhält, in berückend schöne Malerei (Was uns blüht, 2003) umsetzt und bei solcher „Verewigung“ auch die Mittelbarkeit der Wiedergabe betont.

Kontakt

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