Gesellschaft Freunde der Künste

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Rollen, Akteure, Bühnen, Skripte ...

Ausstellung in Salzburg: Rollenbilder-Rollenspiele 23.7.2011 - 30.10.2011

Rollen, Akteure, Bühnen, Skripte ... ein Blick auf die Bildlichkeit dieser Begriffe offenbart uns die Gesellschaft als Theater. Wir alle sind Akteure
unterschiedlicher kultureller, sozialer und biologischer Rollen. „Wir alle spielen Theater“(Erving Goffman), um den gesellschaftlichen Normen und
Erwartungen zu entsprechen und um unser „Selbst“ darzustellen.

Während die Gesellschaft auf eine möglichst reibungslose Koordination von Akteuren und Rollen angewiesen ist und „Spielverderber“ marginalisiert, therapiert, ein- oder aussperrt, thematisiert die Kunst gerade die problematischen Reibungsflächen und Bruchstellen zwischen Rolle und Akteur. Sie reflektiert unser Bedürfnis, hinter die Maske zu schauen, wo wir "authentische“ Menschen zu erwarten scheinen.

Die Ausstellung gibt erstmals anhand von Fotografien, Grafiken, Videoarbeiten und Installationen einen Überblick über das Phänomen des Rollenspiels als Thema der Kunst von den paraphrasierenden Tableaux vivants des 19. Jahrhunderts bis zu den Rollenspielen in den sozialen Netzwerken des Internets. Um der Historie und Heterogenität des
Spiels gerecht zu werden, gliedert sich die Schau in thematische Felder.

Identitätsprobleme und -entwürfe waren zentrale Themen zeitgenössischer Kunst der 1990er Jahre und wurden in verschiedenen Ausstellungen, die
häufig weibliche Identitätsentwürfe ins Zentrum stellten, aufgegriffen. Was ist seit der Debatte der 1990er Jahre passiert? Wie haben die Medien
unser Rollenverständnis beeinflusst? 1998 konnte der Film Die Truman Show die totale Überwachung seines Protagonisten - der, ohne es zu wissen, von
5.000 Kameras 24 Stunden am Tag beobachtet, aufwächst und dem mit gigantischem Aufwand „Alltag“fortwährend vorgespielt wird - noch als
dunkle Zukunftsvision inszenieren. Mit der Realityshow Big Brother, die 2000 erstmals ausgestrahlt wurde, hat sich die Unterscheidung von privater und
öffentlicher Rolle radikal geändert.

Nachdem der Aufruf der 1968er, spontan und authentisch zu sein, als Paradoxon durchschaut ist, lässt sich heute ein spielerischer Umgang mitRollen und das mühelose Wechseln zwischen ihnen feststellen. Virtuelle Identitäten werden in Second Life und in Internet-Foren angenommen.Die Wiederholung und Verdopplung sind für das Rollenspiel zentral. In der Kunst folgt daraus aber eine besondere Pointe, indem die Wiederholungeiner ikonografischen Vorlage oder eines Kunstwerks die Rolle hervorhebt und die Selbstdarstellung als Reinszenierung entlarvt.Die Ausstellung schafft einen Überblick über die Thematik des Rollenbildes und Rollenspiels, der sich an folgenden inhaltlichen Leitlinien orientiert:Rollenspiele im 19. Jahrhundert, Religiöse Rollenspiele (biblische Szenen wie die Passionsgeschichte, Das letzte Abendmahl), Bildparaphrasen, Identitätsentwürfe (Reflektionen zur Künstlerrolle, Künstler als Kunstwerke, Geschlechterrollen und –stereo-typen, Travestie, Multiplikation und Wiederholung, Ethnische Identität, Ich ist ein Anderer), Theatralität, Fiction und Fantasy, private und öffentliche Rollen (Sozialisation, Soziale Klasse und Beruf), Serious Games (Re-enactment, Rollenspiel als Therapie undpolitisches Instrument).

Kontakt

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