Gesellschaft Freunde der Künste

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Bedeutung kultureller Identität

Ausstellung in Münster: Localhost - internationale Künstler in/aus NRW 4. Juni – 4. September 2011

Die Ausstellung „Localhost – internationale Künstler in/aus NRW“ untersucht die Bedeutung kultureller Identität in einer durch ständigen Wandel gekennzeichneten Gegenwart. Der Begriff „localhost“ steht im Kontext des „world wide web“ für eine Standortbezeichnung, die der Nutzer gegenüber dem globalen Netz einnimmt, welche jedoch nicht an einen bestimmten Ort gebunden ist – vergleichbar künstlerischen Prozessen. Eingeladen sind zwölf internationale Künstlerinnen und Künstler, die ihren Lebensmittelpunkt in NRW haben, und sich in ihren Werken mit Aspekten ihres ursprünglichen kulturellen Hintergrunds und ihrer Herkunft auseinandersetzen.

Künstlerliste:

Jan Albers (*1971 in Wuppertal, aufgewachsen in Namibia, lebt in Düsseldorf)
Marianna Christofides (* 1980 in Nicosia, lebt in Köln)
Danica Dakic (*1962 in Sarajevo, lebt in Düsseldorf)
Owen Gump (*1980 in Kentfield, Kalifornien, lebt in Köln)
Thea Gvetadze (*1971 in Riga, Lettland, lebt in Köln und Berlin)
Adam Harrison (*1983 in Vancouver, Kanada, lebt in Düsseldorf)
Diango Hernandez (*1970 in Sancti Spiritus, Kuba, lebt in Düsseldorf)
Kiron Khosla (*1967 in Kalkutta, Indien, lebt in Köln)
Suchan Kinoshita (*1962 in Tokyo, Japan, lebt und arbeitet in Maastricht und Münster)
Rita McBride (* 1960 in Des Moines, Iowa, lebt und arbeitet in Düsseldorf)
Lorenzo Pompa (*1962 in Krefeld, lebt und arbeitet in Düsseldorf)
Glen Rubsamen (*1959 in New York, lebt in Düsseldorf)

Kuratiert von Jari Ortwig, Arne Reimann und Joanne Dijkman

Die gezeigten Arbeiten können politische, ethische, aber auch ästhetische Fragestellungen aufgreifen, die innerhalb der jeweiligen (außereuropäischen) Kulturen eine gewisse Rolle spielen, jedoch mit einer geografischen und emotionalen Distanz zum eigenen Heimatland im Rheinland erdacht, entwickelt und gezeigt werden. Die Gemengelage unterschiedlicher Identitäts- wie Mentalitätsmuster und die wechselseitige Einflussnahme innerhalb des Ausstellungskonzepts ist bereits im verantwortlichen Kuratorenteam verankert, das neben den Rheinländern Jari Ortwig und Arne Reimann mit Joanne Dijkmann eine junge Kuratorin aus den südöstlichen Niederlanden einbindet.

Der exemplarische Blick der Ausstellung auf NRW mag letztlich offenlegen, dass diese kulturelle Identität längst keine bestimm- oder eingrenzbare Variable ist, sondern geprägt durch (mentale) Pluralität ein dynamischer, offener Prozess zwischen Verlust und Gewinn. Ohne den "Blick-von-Außen" hätte Identität letztlich einen blinden Fleck, definiert sie sich doch immer als Überlagerung und Durchdringung von Beobachtungsperspektiven, nämlich von Selbst- und Fremdbeobachtung – innerhalb der widersprüchlichen Prozesse des globalen Zusammenwachsens.

Mit Künstlern wie Joseph Beuys, Blinky Palermo und Sigmar Polke – um nur drei zu nennen – hat das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) internationale Kunstgeschichte geschrieben. Die Kunstakademien Düsseldorf und Münster gelten über die nationalen Grenzen hinweg als etablierte, höchst attraktive Ausbildungsorte, an denen international renommierte Künstlerinnen und Künstler unterrichten – Professoren, deren künstlerischer Werdegang selbst eng mit NRW verbunden ist.

Dennoch lässt sich in der Kulturlandschaft NRW ein Phänomen beobachten: junge Künstler, Kuratoren und Galeristen, kehren NRW den Rücken und ziehen nach Berlin. Seit den 1990er Jahren wandelt sich Berlin zu einem globalen Kunstzentrum. Als eine Stadt des beständigen Umbruchs und des internationalen Austauschs erscheint Berlin für Kreativarbeiter aus aller Welt als 'the place to be'. Die Internationalität, die Berlin ausmacht, wird nun zum Anreiz, den Fokus auf die Vielschichtigkeit kultureller Herkunft im Kunstbetrieb in NRW zu richten.

Parallel zur Ausstellung „localhost“ werden vier junge Kuratoren des F.A.K. (Förderverein aktuelle Kunst) - Franziska Lena Kluw, Isabelle von Schilcher, Sandra Palina und Miriam Jonas - ein Ausstellungsprogramm mit Künstlern aus NRW konzipieren und mit der Münsteraner Szene vernetzen. Um die kulturwirtschaftlichen Potentiale in Münster zu stärken, werden zeitgleich Galerien in Münster, die in ihrem Programmen junge Kunst fördern, ausgewählte Positionen zeitgenössischer bildender Kunst aus NRW /Münster zeigen.

 

Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst Münster

Hafenweg 28 – Speicher II – 48155 Münster | Tel: 0251-492-41 00

Fax: 0251-492 77 52 | Kontakt AzKM: kulturamt@stadt-muenster.de

Telefon während der Öffnungszeiten in der AzKM 674 46 75

 

Presse : Verena Voigt PR | kontakt@verena-voigt-pr.de

0163 191 16 69 _ www.verena-voigt-pr.de

 

Öffnungszeiten:Di-Fr: 14-19 Uhr, Sa/So: 12-18 Uhr

Führungen: jeden 1. und 3. Samstag im Monat, 15-16 Uhr

Let’s talk about art – Kunstgespräche: jeden Sonntag, 16-18 Uhr

 

Weitere Informationen: www.muenster.de/stadt/ausstellungshalle