Der Kunstverein München präsentiert vom 13. Juli – 25. August 2013 das Projekt Door Between Either And Or. Das dreiteilige Projekt besteht aus einer Gruppenausstellung, einem Symposium und einer nachfolgenden Publikation und wird großzügig von der Kulturstiftung des Bundes unterstützt. Die Ausstellung Door Between Either And Or bringt 12 internationale Künstler_innen, Theoretiker_innen und Projektpartner_innen zusammen, die sich mit den momentanten Gegebenheiten und den Rahmenbedinungen feministischer Kunst, feministischer Theorien, institutioneller Praktiken und der digitalen Gesellschaft beschäftigen.
In Zusammenarbeit mit Kerstin Stakemeier, Dozentin der Akademie der Bildenen Künste, findet ein speziell dafür organisiertes Symposium statt. Dabei steht eine feministische Praxis zur Diskussion, die sich an den digitalen Verschiebungen und krisenhaften Destabilisierungen traditioneller Genderrollen in der Gegenwart orientiert.
Das gesamte Projekt wird abschließend in einer Publikation veröffentlicht. Ausstellung - Door Between Either And Or – Part 1 Unter welchen Produktionsbedingungen arbeiten Künstler_innen heutzutage? Es ließe sich die Behauptung aufstellen, dass die institutionalisierte Kunstkritik maßgeblichen Anteil an der Herausbildung eines gewissen Bewusstseins der Künstler_innen für ihre eigenen Produktionsweisen hatte.
Ausstellung in München
Diese Entwicklung hat deutlich zu einer sich wandelnden Professionalisierung innerhalb der Kunstproduktion beigetragen, wobei der/die Künstler_innen immer mehr an den Bedingungen beteiligt ist, unter denen ihre Kunstwerke produziert, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, rezipiert und konsumiert werden. Heutzutage werden diese Bedingungen nicht allein von den Gegebenheiten der jeweiligen Kunstinstitution definiert – wie sie von den konzeptuellen Kunstpraktiken in den 1970er und 1990er Jahren kritisiert wurden –, sondern sie haben sich auf heterogene Konfigurationen von Beziehungen, Verbindungen und Verbreitungen ausgedehnt.
In dieser Hinsicht hat die Kunstproduktion heute bereits Erfahrung mit der gesteigerten Netzwerkbildung und der “Ökonomie der Aufmerksamkeit”, die üblicherweise mit den digitalen Sozialformen assoziiert werden.
Bildende Kunst
Judith Hopf und Marlie Mul haben für diese Gruppenausstellung Arbeiten von einer generationenübergreifenden Gruppe Künstler_innen ausgewählt, die eine Vielzahl weiblicher Haltungen gegenüber den Bedingungen der Kunstproduktion repräsentieren, in denen ihre Arbeiten historisch kontextualisiert wurden und gegenwärtig noch werden.
Teilnehmende Künstler_innen: Chantal Akerman, Jana Euler, Isa Genzken, Morag Keil, Jeanne Mammen, Georgie Nettell, Josephine Pryde, Carol Rama, Gerda Scheepers, Amy Sillman, Pilvi Takala, Gili Tal
Symposium – Door Between Either And Or – Part 2
Sex jenseits von Gender?
Dieses Symposium stellt die Frage ins Zentrum, wie die Digitalität - als ein Ausdruck des kontemporären Kapitalismus - unser biologisch und gesellschaftlich geprägtes Geschlecht beeinflusst. Das potentiell grenzüberschreitende Wesen der digitalen Medien wird in Bezug auf die binäre Geschlechtsunterscheidung innerhalb der psychoanalytischen Theorie diskutiert. Wie sehr ist diese binäre Opposition in unseren Handlungen, Gedanken, Wünschen und Gefühlen omnipresent? Und kann sie mit dem Ziel Sex jenseits von Gender? transponiert und aktualisiert werden?
Nach den Vorträgen der internationalen Hauptredner Mladen Dolar und Matteo Pasquinelli werden ihre Thesen auf dem Podium von zwei Gruppen hinsichtlich ihrer Praktikabilität diskutiert. Im Anschluss an die Diskussion zeigt die Filmemacherin Megan Fraser ein kuratiertes Filmprogramm.
Danach sprechen ab 18 Uhr im Haus der Kunst die Künstlerin Emma Hedditch, die Filmkuratorin und -theoretikerin Madeleine Bernstorff und die Organisatorinnen des feministischen Filmfestivals “Bimovie”, Karin Hofmann und Bettina Englerth, mit Patrizia Dander, Kuratorin der Ausstellung “So Much I Want to Say: Von Annemiek bis Mother Courage – Sammlung Goetz im Haus der Kunst”, wobei sie gemeinsam den Einfluss von Laura Mulveys bedeutendem Essay Visual Pleasure and Narrative Cinema aus dem Jahr 1975 nachzeichnen.
Freunde der Kunst
Publikation - Door Between Either And Or - Part 3
Als Abschluss wird Black Dog Publishing eine Publikation herausbringen, welche die Ausstellung und das Symposium mit anerkannten Texten und Beiträgen der internationalen Partner und Institutionen dokumentiert.
judith@kunstverein-muenchen.de


Das dreiteilige Projekt besteht aus einer Gruppenausstellung, einem Symposium und einer nachfolgenden Publikation und wird großzügig von der Kulturstiftung des Bundes unterstützt; Bild 1: (c) Fotograph: Andy Keate
Courtesy of the artist and Simon Lee Gallery, Giclée Druck, London;
Bild 2: Fotograph: Sven Laurent, Sammlung Heinzmann, Jana Euler;