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im Grafschafter Museum im Moerser Schloss

Ausstellung in Moers: Asciburgium. Leben und Sterben in einer römischen Militärsiedlung

Vor rund 2000 Jahren gründeten die Römer im heutigen Asberg ein Militärlager, im benachbarten Lagerdorf siedelten Handwerker und Händler. Der Geschichtsschreiber Tacitus glaubte, Odysseus habe ASCIBURGIUM gegründet. Wie lebten die Menschen in jeder kleinen Grenzsiedlung am Niederrhein? Die Ausstellung geht der Frage nach und präsentiert zahlreiche Grabungsfunde aus der Zeit der ersten Grabungen im 19. Jahrhundert bis zu den aktuellsten Funden.

Ausstellung in Moers

Die Ausstellung führt 2000 Jahre zurück, in die Zeit, als der Rhein die Grenze zwischen dem Römischen Reich im Westen und den freien germanischen Stämmen im Osten bildete. Um diese Grenze zu bewachen, errichteten die Römer 16. v. Chr. an einem Altarm des Rheins im Gebiet des heutigen Moers-Asberg ein Kastell, das etwa 100 Jahre Bestand hatte: Asciburgium. Zum Lager gehörten ein Dorf, ein Hafen und Gräberfelder.

Die in Asciburgium stationierten Soldaten stammten aus Italien, Syrien, Germanien und dem Balkan.  Zu ihrem durchorganisierten Alltag gehörten Kampfübungen, Reparaturen an den Lagerbauten, die Versorgung der Pferde, die Pflege der Rüstung und die Zubereitung der Mahlzeiten. Die Soldaten lebten auf sehr engem Raum, ihre spärliche Freizeit verbrachten sie im Badehaus oder im Lagerdorf. Geradezu luxuriös dagegen lebten der Kommandant und sein Stab: Sein Haus, das praetorium, bot großzügig eingerichtete Privatgemächer mit eigenen Baderäumen.

Außerhalb der befestigten Mauern des Kastells entwickelte sich ein Lagerdorf. Hier gab es nicht nur Tavernen, in denen die Soldaten bei Wein, Würfelspiel und weiblicher Gesellschaft ihre Freizeit verbrachten. Hier lebten vor allem Handwerker und Händler aus benachbarten Provinzen und Veteranen mit ihren Familien. Metzger, Bäcker, Töpfer, Schneider und Schmied reihten sich neben Obst- und Gemüseläden. Hier versorgte sich die Kundschaft mit verschiedenen Käsesorten, feinen Ölen, Kräutern und würzigen Fischsaucen.

Außerhalb der Dörfer lagen auf beiden Seiten der Straßen die Gräberfelder. Jedes Jahr im Februar richteten die Hinterbliebenen ein Festmahl am Grab aus, an dem die Toten symbolisch teilnahmen. Totengedenken war in der römischen Kultur wichtig: Gedachte man der Toten nicht in angemessener Weise, zogen – so glaubte man - die Schatten der Verstorbenen nachts jammernd und heulend durch die Straßen. Wer es sich leisten konnte, gab den Verstorbenen kostbare Grabbeigaben mit: Sechs reich ausgestattete, nebeneinander liegende Gräber wurden 2009 entdeckt.  

Das Römerlager Asciburgium wurde um 90 n. Chr. aufgelöst, das Lagerdorf blieb noch längere Zeit bestehen. Aus dem römischen Asciburgium entwickelte sich die Ortbezeichnung Asberg. Von den römischen Holzgebäuden war jedoch längst nichts mehr zu erkennen. Im 19. Jahrhundert wuchs die Sensibilität der Menschen für ihre Geschichte – und damit das Interesse am römischen Erbe Asbergs. Pionier war hier der Amtsgerichtsrat Dr. Hermann Boschheidgen. Der Begründer des Grafschafter Museums leitete Ende des 19. Jahrhunderts die ersten systematischen Ausgrabungen auf dem Burgfeld.

Freunde der Kunst

Die Ausstellung ist in großen Teilen eine Übernahme aus dem Kultur- und Stadthistorischen Museum Duisburg. Das Grafschafter Museum erweitert die Präsentation um die ersten Grabungsfunde aus der Sammlung Boschheidgen und die spektakulären neuesten Grabungsfunde aus dem Jahr 2009. 

grafschafter-museum@moers.de