Gesellschaft Freunde der Künste

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Ausstellungsdauer: 13.02.–08.05.2011

Ausstellung in Mannheim: Ré Soupault - Künstlerin im Zentrum der Avantgarde

Als erstes Museum weltweit würdigt die Kunsthalle Mannheim mit der umfassenden Retrospektive „Ré Soupault – Künstlerin im Zentrum der Avantgarde“ vom 13. Februar bis zum 8. Mai 2011 das Gesamtwerk einer der weiblichen Hauptfiguren der europäischen Avantgarde der 1920er und 30er Jahre. „Galt Ré Soupaults Wiederentdeckung als Fotografin in den späten 1980er Jahren als Sensation, so freuen wir uns jetzt erstmals das ganze Spektrum ihres Werkes zu präsentieren“, so Dr. Inge Herold, die zusammen mit Manfred Metzner, dem Nachlassverwalter Ré Soupaults, die Ausstellung kuratiert.

Ré Soupault (1901-1996) wirkte als Fotografin, Modeschöpferin, Journalistin, Filmemacherin, Schriftstellerin und Übersetzerin im Herzen modernster Kunstströmungen in Deutschland und Frankreich. Ihr Weg führte sie vom Bauhaus Weimar in die Metropolen Berlin und Paris, wo sie die Pariser Modewelt prägte. Die Ausstellung blickt in das reiche kreative Universum der Künstlerin und setzt ihr spannendes Beziehungsgeflecht im Zentrum der Avantgardebewegung in Szene.

Neues Sehen – Die Fotografin Ré Soupaults fotografische Arbeiten zählen heute zu den bedeutendsten Wiederentdeckungen in der Fotografiegeschichte des 20. Jahrhunderts. Durch ihr Studium am Bauhaus geriet die Künstlerin ins Zentrum neuer zeitgenössischer geistiger und künstlerischer Strömungen, lernte die Prinzipien des Neuen Sehens und Denkens kennen und setzte diese gekonnt in ihren Fotografien um. Im Fokus ihrer Momentaufnahmen des alltäglichen Lebens steht das

Verhältnis zwischen Individuum und Masse. Ré Soupaults humanistischer fotografischer Ansatz verbindet sich mit einem überzeugenden Gespür für Proportionen und geometrische Grundformen. Ein Highlight der Ausstellung bilden bislang unveröffentlichte Man Ray-Fotografien von Ré Soupaults Modekollektionen aus der Sammlung des Centre Pompidou in Paris. Darüber hinaus wird ihr Schaffen in Bezug gesetzt zum Werk ihrer Zeitgenossen wie Henri Cartier-Bresson, Gisèle Freund, Florence Henri, André Kertész, Germaine Krull, Lucia Moholy, Umbo (Otto Umbehr) u.a.

Neue Kleider braucht die Frau – Die Modeschöpferin
Ob als Grafikerin, Journalistin oder Modeschöpferin mit eigenem Pariser Modesalon – Ré Soupault setzte Akzente. Ihr Transformationskleid, das sie als Kritik an der zeitgenössischen Mode für die moderne und berufstätige Frau entwarf und das für die Ausstellung von der Kostümabteilung des Mannheimer Nationaltheaters nachgeschneidert wurde, bildet ein weiteres Ausstellungshighlight. In Kooperation mit der international erfolgreichen Mannheimer Modedesignerin Dorothee Schumacher, die das Verwandlungskleid speziell für diesen Anlass neu interpretiert, wird Ré Soupaults Mode-Impuls auf eine außergewöhnliche Art und Weise thematisiert.

Schießbuden und magnetische Felder – Ré Soupault die Erzählerin
Der Facettenreichtum und die unermüdliche Kreativität der Künstlerin spiegeln sich auch in ihren Texten zu Kunst und Literatur, sowie ihren Radio-Essays für u.a. Radio Bremen, den Hessischen Rundfunk, RIAS Berlin, SRG Basel und den SWR wider. Als Kennerin der französischen Sprache und der Avantgardebewegung übersetzte sie Texte von André Breton, Lautréamont, Romain Rolland,Tristan Tzara und ihres Ehemannes Philippe Soupault. Ihre Arbeit als Autorin, Journalistin und Herausgeberin soll in der  Sonderausstellung ebenso thematisiert werden wie ihre Arbeit als Filmemacherin.

Biografisches: 1901 Ré Soupault, (Meta Erna Niemeyer) wird in Bublitz/ Pommern geboren 1921-1925 Studium am Bauhaus in Weimar u.a. bei Johannes Itten,

Wassily Kandinsky, Oskar Schlemmer, Paul Klee, Walter Gropius
und Georg Muche

1923/1924 Assistenz bei Avantgarde- Filmer Viking Eggeling in
Berlin

1926 Heirat mit Hans Richter

1928-1934 Arbeit als Modejournalistin. Richtet ihr Mode- Studio
Ré Sport in Paris ein; Man Ray fotografiert ihre Mode-Kollektionen

1937 Heirat mit Philippe Soupault, dessen Reisereportagen sie
fotografisch begleitet

1945-1948
Trennung; lebt in New York und übernimmt das Studio von Max
Ernst; schreibt Reisereportagen; pendelt zwischen New York und
Europa

1948-1955 arbeitet in Basel als Übersetzerin, studiert bei Karl
Jaspers

ab 1955 Rückkehr nach Paris, es entstehen zahlreiche Radio- Essays
und Texte zu Kunst und Literatur

ab 1973 leben Ré und Philippe Soupault wieder zusammen

1988 die verloren geglaubten Negative aus den Jahren 1934-42
tauchen wieder auf

1990 Tod von Philippe Soupault

1996 Ré Soupault stirbt


Weiter Informationen zur Ausstellung:


Künstlerliste (Auswahl):

Josef Albers, Marianne Breslauer, Henri Cartier-Bresson  ,
Sonia & Robert Delaunay, Gisèle Freund, Werner Graeff,
Florence Henri, Johannes Itten, Wassily Kandinsky,
André Kertész, Paul Klee, Germaine Krull, Lucia Moholy

László Moholy-Nagy, Man Ray, Oskar Schlemmer

Umbo (Otto Umbehr).

Kontakt

Birgit Scheidecker
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 
Kunsthalle Mannheim
Moltkestraße 9
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Telefax: +49 (0)621 293 476433
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