Gesellschaft Freunde der Künste

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Kunstsammler vertrauen dem Museum bekannte Werke an

Ausstellung in Lausanne: Wichtige Werke gelangen in die Sammlung des Musée cantonal des Beaux-Arts

Nachdem das Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs für das zukünftige Musée cantonal des Beaux-arts (MCBA) und den Museumspol vorgestellt worden ist, vertrauen Kunstsammler dem Museum Werke bekannter Künstler an.
Dr. Marcel Bahro deponiert ein Gemälde von Giovanni Giacometti als Dauerleihgabe Hatte der Arzt Dr. Marcel Bahro dem Musée cantonal des Beaux-Arts bereits Werke von Félix Vallotton, Pablo Picasso et Alberto Giacometti als Dauerleihgaben übergeben, so bestätigt er nun sein Vertrauen in die Institution, indem er ein prachtvolles Porträt, das Giovanni Giacometti von seinem Sohn Alberto schuf (Alberto lisant, um 1915), im Museum deponiert. Dr Marcel Bahro ist ein begeisterter Verehrer des Bündnerlandes und des Werkes
von Giovanni und Alberto Giacometti. 2010 deponierte er zwei Zeichnungen Albertos als Dauerleihgabe; sie sind die ersten Arbeiten des Künstlers, die ins MCBA gelangten. Albertos Porträt wird im Rahmen unserer nächsten
Ausstellung Private Leidenschaften, öffentliche Schätze (13. Juli bis 11. September 2011) präsentiert.

Bis heute hat Dr. Marcel Bahro, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie in Freienbach (SZ), dem Museum 13 Werke als langfristiges Depositum zur Verfügung gestellt.
Vor kurzem erklärte der Mäzen des MCBA: «Man stellt mir stets die Frage, warum ich (abgesehen von einigen Lithografien) meine Sammlung nicht bei mir zu Hause behalte, warum ich es vorziehe, sie Museen, das heisst der
Öffentlichkeit, zur Verfügung zu stellen… Ich verteidige vehement das Recht auf den Privatbesitz von Kunstwerken, doch der Besitz ist etwas, das man teilen kann, ohne darauf zu verzichten – und dies im Sinne einer Partnerschaft
zwischen Privatpersonen und der Öffentlichkeit. Ich kann die Werke meiner Sammlung jederzeit und überall in der Schweiz besuchen.» Und er fügt hinzu: «Das neue Museum gibt Anlass zu grossen Hoffnungen, und als Sammler
stellt man seinen Besitz der Öffentlichkeit in diesem vielversprechenden Umfeld umso lieber zur Verfügung.»


Asher Edelman verstärkt seine Verbundenheit mit dem Kanton Waadt und übergibt dem MCBA Werke von Frank Stella als langfristiges Depositum.
Der berühmte Kunstsammler Asher Edelman, der in der Schweiz bekannt wurde, als er 1991 ein Museum für zeitgenössische Kunst in Pully bei Lausanne eröffnete (die Fondation Asher Edelman veranstaltete dort aufsehenerregende
Ausstellungen von Andy Warhol, Robert Mapplethorpe und Jean-Michel Basquiat), und seine Frau Michelle kündigten ihre Absicht an, mehrere Hauptwerke von Frank Stella, darunter die monumentale Plastik Raft of the
Medusa (1990) im MCBA zu deponieren. Wie Asher und Michelle Edelman erklären, begeistert sie die Perspektive eines neuen Kunstmuseums in Bahnhofsnähe und eines Museumspols, der MCBA, Musée de l'Elysée und Mudac
umfasst und alle Chancen hat, sich zu einer internationalen Plattform zu entwickeln, an der kein Weg vorbeiführt.


Das amerikanische Sammlerpaar könnte dem Museum zudem eine Installation von Ilya und Emilia Kabakov übergeben. Obwohl Asher Edelman wieder in New York lebt, denkt er mit Freude an seine glorreichen «Waadtländer
Jahre» zurück, und es liegt ihm am Herzen, weitere Unterstützungsformen für das MCBA zu studieren.

Die Walter A. Bechtler-Stiftung deponiert im Musée cantonal des Beaux-Arts zwei Werke namhafter Schweizer Künstler, die an der Biennale 2011 in Venedig vertreten sind: Swiss Army Knife (1998) von Thomas Hirschhorn und Close Encounters (2002/03) von Christoph Büchel.
Die 1955 von dem Zürcher Industriellen Walter A. Bechtler gegründete Stiftung, die heute von dessen beiden Söhnen, Thomas und Ruedi Bechtler, geleitet wird, besitzt unter anderem Werke von Jean Tinguely (Heureka, 1963/64), Tadashi Kawamata, Martin Kippenberger, Peter Fischli & David Weiss, Roman Signer, James Turrell, Sol LeWitt, Jenny Holzer und Walter de Maria. Da sie ihre Werke, die oft von beachtlicher Grösse sind, an öffentlichen Orten zeigen möchte, sucht sie Standorte, die sich für eine permanente Aufstellung eignen, entweder im
städtischen Umfeld (z. B. Tinguelys Heureka am Zürichhorn) oder in der Natur (z. B. Turrell hinter dem Hotel Castell in Zuoz), oder aber sie stellt sie  schweizerischen Museen zur Verfügung, die sich dafür eignen. So gelangen nun
Werke von zwei der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler der Schweiz in die Sammlung des MCBA, für dessen interessanten Fundus «engagierter» Kunst sie eine wertvolle Bereicherung darstellen.


Swiss Army Knife von Thomas Hirschhorn wurde bisher erst ein einziges Mal ausgestellt, 1998 in der Kunsthalle Bern, das heisst kurz vor Beginn der internationalen Karriere des Künstlers. Laut Thomas Bechtler, dem ehemaligen
Präsidenten des Kunsthauses Zürich, sind die beiden Dauerleihgaben im Musée cantonal des Beaux-Arts durch die Aussicht auf das neue Museum auf dem Areal der SBB-Lokremise motiviert.

 

Musée cantonal des Beaux-Arts/Lausanne
Palais de Rumine, Place de la Riponne 6, CH - 1014 Lausanne
Tél. 021 316 34 45  Fax 021 316 34 46
www.mcba.ch

anne.moix@vd.ch