Das Jahr 2014 steht in Köln ganz im Zeichen der Heiligen Drei Könige, deren Gebeine 1164 in die Domstadt gelangten. Ihre Reliquien haben Köln zu einer Pilgermetropole des Mittelalters gemacht, zusammen mit den Heiligen Ursula und Gereon sind sie die Stadtpatrone von Köln. Davon zeugen der Kölner Dom mit dem Dreikönigenschrein, das Kölner Stadtwappen mit den drei Kronen und viele Bildwerke in der ganzen Stadt.
Ausstellung in Köln
Das Museum Schnütgen nimmt dieses Jubiläum zum Anlass einer großen Sonderausstellung. In der Kunst spielen die Heiligen Drei Könige quer durch die Jahrhunderte eine zentrale Rolle, da die drei Weisen als Erste das Christuskind als Sohn Gottes erkannten. Die Ausstellung versammelt künstlerisch herausragende und in der Interpretation des Themas besonders interessante Elfenbeine, Skulpturen, Gemälde, Handschriften und Werke der Schatzkunst aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Italien und Spanien.
Das älteste Objekt in der Ausstellung ist eine Grabplatte des 3. Jahrhunderts aus den Vatikanischen Museen, zu den jüngsten zählt eine neapolitanische Krippe des 18. Jahrhunderts mit etwa 300 Figuren aus dem Diözesanmuseum in Freising. Ob es sich um herausragende ottonische Buchmalereien des 10. und 11. Jahrhunderts aus den Bibliotheken in Bremen, Rom und Göttingen oder um die einzigartige Schrein-Madonna des New Yorker Metropolitan Museums aus dem 14. Jahrhundert handelt – nahezu jedes der ausgestellten Werke ist schon für sich eine Reise nach Köln wert.
Die frühesten Reliefs und Objekte stehen in der Tradition antiker Herrscherdarstellungen. Doch bald gewinnt die Szene legendenhafte Züge. Die im Evangelium genannten weisen Männer werden zu Königen und auch Maria im Stall von Bethlehem verwandelt sich in eine Königin, die kostbar gekleidet auf einem Thron ihr göttliches Kind präsentiert.
Aus der Anbetung der Heiligen Drei Könige löst sich das Bild der thronenden Gottesmutter heraus. Als „Thron der Weisheit“ wird sie spätestens seit dem 10. Jahrhundert neben dem Kruzifix zum wichtigsten Kultbild im Kirchenraum. Besonders kostbare Skulpturen aus Holz und Elfenbein, aber auch die steinernen romanischen Chorschranken aus dem Rheinischen Landesmuseum in Bonn bilden Höhepunkte in diesem Bereich der Ausstellung.
Die zentrale theologische Bedeutung der Anbetung der Heiligen Drei Könige spiegelt sich in Zusammenstellungen mit der Kreuzigung oder
dem Osterbild. Beide Themen finden sich auf den Kunstwerken gegenübergestellt, ob auf einem Buchdeckel des 12. Jahrhunderts oder in Tafelgemälden aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Einige besonders kunstvolle Beispiele dafür sind in der Ausstellung zu bewundern.
Der Stern als kosmische Dimension durchzieht leitmotivisch viele Bilddarstellungen, von der Mitra aus der Sainte-Chapelle in Paris, einer der vielen Leihgaben aus dem Musée de Cluny, bis zu einem zweiflügeligen Tafelbild aus dem Museo del Bargello in Florenz. Einen Höhepunkt erreicht die Vielfalt und Systematik der Darstellungen im Zeitalter der gotischen Kathedralen, was sich in der Ausstellung in einzigartigen Elfenbeinen und Skulpturen u.a. aus dem Musée du Louvre spiegelt.
Königlicher Reichtum, orientalischer Prunk und exotische Staffage dominieren besonders in den Gemälden des ausgehenden 15. und beginnenden 16. Jahrhunderts. Dazu gibt es in der Ausstellung herausragende Beispiele aus den verschiedensten Regionen Europas. Einige kostbare und seltene Textilien und Goldschmiedearbeiten, u.a. aus dem Musée des Tissus in Lyon und aus dem Grünen Gewölbe in Dresden, lassen die auf den Bildern dargestellten Objekte dreidimensional erleben.
Freunde der Kunst
Natürlich wird auch der speziellen Bedeutung der Könige für Köln Beachtung zuteil, etwa in den Figuren vom Hochaltar des Kölner Domes oder vom Dreikönigenpförtchen an St. Maria im Kapitol.


In der Kunst spielen die Heiligen Drei Könige quer durch die Jahrhunderte eine zentrale Rolle, da die drei Weisen als Erste das Christuskind als Sohn Gottes erkannten; Bild 1: © bpk / Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin / A. Voigt
Bild 2: © Staats- und Universitätsbibliothek Bremen
Bild 3: © Nationalmuseum von Dänemark, Kopenhagen
Bild 4: © Moravská galerie v Brně / Mährische Galerie, Brno
Bild 5: © Rijksmuseum Amsterdam